Lausheim ist flächenmäßig einer der größten Ortsteile Stühlingens. Bekannt ist das Dorf vor allem für seine Energieversorgung und den traditionellen Bärensonntag. 2006 feierten die Bewohner das 1125-jährige Bestehen ihres Dorfes.

Lausheim liegt im Tal des Weilergrabens. Die mundartliche Form "Luse" geht auf das althochdeutsche "luzen" (verstecken) zurück und steht sinnbildlich für die leicht verwunschene Lage des Dorfes. Bernhard Engel (CDU) ist seit 2004 Ortsvorsteher. Der 65-Jährige ist gebürtiger Lausheimer und seit 20 Jahren im Gemeinderat aktiv. Der Rentner ist mit der Entwicklung des Dorfes zufrieden: "2008 waren wir das erste Bioenergiedorf im Kreis Waldshut", spricht Engel über den Stolz Lausheims. Die damalige Umweltministerin Baden-Würtembergs Tanja Gönner sei zur Einweihung vor Ort gewesen. Heute produziere man in Lausheim mehr Strom, als man selbst verbrauche.

<strong>Willkommen:</strong> Ortsvorsteher Bernhard Engel vor dem Schild zum Ortseingang.
Willkommen: Ortsvorsteher Bernhard Engel vor dem Schild zum Ortseingang. | Bild: Johannes Renner

Nach Angaben Engels ist Lausheim das einzige Dorf Stühlingens mit Nahwärmenetz. Drei Biogasanlagen gibt es und auf zahlreichen Dächern Photovoltaik. Obwohl die Produktion von Biogas auf Wasser angewiesen ist, habe man bisher keine Probleme gehabt. Die jüngste Hitzewelle sei weitgehend an Lausheim vorbeigegangen. "Hier hat es relativ viel geregnet. Wir sind glimpflich davongekommen", so der Kfz-Meister.

Der Bärensonntag ist ein Frühlingsbrauch, der bis in graue Vorzeit zurückreicht und jedes Jahr zahlreiche Zuschauer aus Fern und Nah nach Lausheim lockt. Dabei soll der Winter ausgetrieben werden. Die Dorfbewohner stauen den Bach. Der mit Tannenreisig geschmückte "Bär" – in der Regel der älteste Hauptschüler – wird durch Lausheim getrieben und muss schließlich mehrfach ins kalte Wasser springen. Eigentlich dürfen nur Buben Bär sein. Vor einigen Jahren rückte man jedoch aufgrund des Mangels an Kandidaten von dieser Regel ab.

<strong>Geschichtlich:</strong> Die kunsthistorisch bedeutende Kirche in Lausheim.
Geschichtlich: Die kunsthistorisch bedeutende Kirche in Lausheim. | Bild: Johannes Renner

255 Einwohner hat das Dorf derzeit. "In den letzten zwei Jahren hatten wir neun Geburten", hebt Engel hervor, der im guten Vereinsleben des Ortes eine Chance sieht junge Menschen mehr zu binden. Der Männerchor musste zwar vor Jahren aufgeben. Die sieben bestehenden Vereine seien aber stark aufgestellt: Musik, Landfrauen, Feuerwehr, Singkreis , Sportverein sowie eine historische Tanzgruppe mit dem Namen "Springkraut" und ein Verein für Lausheimer Kultur sorgen für Abwechslung.

Lausheim ist ein Dorf mit florierender Landwirtschaft. Fünf große Betriebe gibt es im Ort. Milchvieh-, Schweinehaltung und Ackerbau prägen das Landschaftsbild. Ortsvorsteher Engel hofft auf neue Bauplätze, um die Attraktivität für junge Menschen zu erhöhen. Das örtliche Gewerbe ist vielfältig. Zwei Schreinereien, ein Tiefbaubetrieb, zwei Forst- und Landmaschinenmechaniker, ein Plattenleger sowie Holzhandel und Bestatter sind in Lausheim ansässig. Drei Gasthäuser sorgen für das leibliche Wohl. "Als einziges Dorf Stühlingens haben wir die Konuskarte", sagt Engel, der leicht steigende Touristenzahlen annimmt. Mit jener Karte kann man kostenlos Bus und Bahn der Region nutzen.

<strong>Freizeit:</strong> Die örtliche Hütte mit Grillmöglichkeit lädt zum entspannten Verweilen ein.
Freizeit: Die örtliche Hütte mit Grillmöglichkeit lädt zum entspannten Verweilen ein. | Bild: Johannes Renner

Der örtliche Kindergarten ist mit 16 Kindern gut besucht. Nach Prognose Engels könnte er in zwei Jahren mit 26 Kindern voll ausgelastet sein. Der Spielplatz im Ort wurde vor Jahren von den Lausheimern in Eigenregie gebaut und wird seitdem größtenteils von Eltern ehrenamtlich instand gehalten. In diesem Zusammenhang lobt Engel " die gute Dorfgemeinschaft". Aktuell wichtige Themen sind die Renovation des Feuerwehrgerätehauses und des ehemaligen Schulhauses.