Herr Kurth, an Sie als Braumeister herzlichen Glückwunsch zu Gold, das die Schussenrieder Brauerei beim World Beer Cup in Nashville in den USA gewonnen hat. Was ist das für ein Bier, das ausgezeichnet wurde?

Es handelt sich dabei um unser Produkt „Ott Spezial“, eine zeitgemäße und an die zur Verfügung stehende Technik angepaßte Weiterentwicklung eines seit 1852 bestehenden Spezialbieres. Es schmeckt sehr sauber, hat einen kräftigen Körper und eine gut wahrnehmbare, nicht überbetonte Hopfennote und wurde damit Sieger in der Kategorie der Export- und Oktoberfestbiere deutscher Brauart.

Wie muss man sich die Teilnahme an so einem internationalen Wettbewerb vorstellen? Liefert man eine Kiste Bier per Luftfracht oder ist man als Verantwortlicher seiner Brauerei mit dem Produkt mit vor Ort?

Kasten per Luftfracht.

Wie haben Sie den Wettbewerb erlebt? Gab es viele Einladungen von Kollegen, deren Biere zu probieren?

Alle Gewinner-Biere konnten beliebig verkostet werden.

Haben Sie ein Bier entdeckt, das Ihnen besonders gut geschmeckt hat?

Alle dort verkosteten Biere waren erwartungsgemäß gut. Einen Favoriten außer unserem Ott Spezial konnte ich daher nicht ausmachen.

Die Europäische Verleihungszeremonie hat in der Berlin in der baden-württembergischen Landesvertretung stattgefunden. Wie hat Ministerpräsident Wilfried Kretschmann Ihr Bier geschmeckt?

Ihm hat es sehr gut geschmeckt, er war begeistert.

<strong>Bier-Weltmeister:</strong> Oliver Kurth (links), in Stühlingen aufgewachsen, ist Braumeister in der Brauerei Schussenrieder in Oberschwaben. Er gewann in der Sparte Exportbier den Weltmeistertitel beim „World Beer Cup“ in Nashville (USA). Das Bild zeigt Oliver Kurth in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin zusammen mit Ministerpräsident Wilfried Kretschamnn und Brauerei-Chef Michael Ott.
Bier-Weltmeister: Oliver Kurth (links), in Stühlingen aufgewachsen, ist Braumeister in der Brauerei Schussenrieder in Oberschwaben. Er gewann in der Sparte Exportbier den Weltmeistertitel beim „World Beer Cup“ in Nashville (USA). Das Bild zeigt Oliver Kurth in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin zusammen mit Ministerpräsident Wilfried Kretschamnn und Brauerei-Chef Michael Ott. | Bild: privat

Sie sind jetzt Braumeister bei der Schussenrieder Brauerei in Oberschwaben. Wo haben Sie Ihre Ausbildung absolviert und wo danach gearbeitet? Es gibt ja auch im Kreis Waldshut renommierte Brauereien.

Die Berufsausbildung zum Brauer und Mälzer habe ich in der Brauerei Rothaus mit anschließendem Gesellenjahr absolviert. Es folgte das Studium an der Technischen Universität München Weihenstephan zum Diplom-Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie. Danach war ich Braumeister bei Khan Bräu in Ulan Bator, Mongolei. Es folgten meine Tätigkeit als Braumeister und Technischer Betriebsleiter bei der Brauerei Torgau. Seit 2008 bin ich 1. Braumeister der Schussenrieder Brauerei Ott.

Die Schussenrieder Brauerei produziert auch Bio-Bier. Wie kommt das bei Ihren Kunden an?

Unser in Vollmondnächten eingebrautes Bio-Pils hat viele Liebhaber und einen konstanten Absatz

Bei dem Wettbewerb in Nashville gab es Bier belgischer Art aus Japan, Altbier aus den USA, Bockbier aus Brasilien und, und, und – der internationale Markt bringt immer neue Kreationen hervor. Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Die beste Inspiration ist ein fundiertes Basiswissen und die eigene Fantasie.