Eine ganz besondere Ehrung konnte beim 91. Neujahrskonzert der StadtmusikStühlingen vorgenommen werden. Der mit Abstand älteste Musiker Konrad Würth (83 Jahre) macht seit bereits 70 Jahren auf der Klarinette Musik im Verein.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Vorsitzende Julian Mäntele hatte bereits in seinen eröffnenden Worten zwei besondere Momente für das Neujahrskonzert angekündigt. Neben der Uraufführung einer Komposition des Dirigenten Tim Barth aus Schwaningen war dies das Jubiläum des Ausnahmemusikers Konrad Würth: "Es war noch kein Musiker geboren worden, der heute auf der Bühne sitzt, als du bereits Musik gemacht hattest."

Mit 13 Jahren zur Stadtmusik

Konrad Würth ist im Jahr 1949 im zarten Alter von 13 Jahren zur Stadtmusik gekommen. Damals, nach dem Zweiten Weltkrieg, sammelten sich 15 mutige Musiker. Sie hatten das Ziel, die StadtmusikStühlingen weiterzuführen, die bereits nachweislich seit dem Jahr 1785, also seit aktuell 234 Jahren, bestand. "Nach vier Monaten Probenzeit hatten sie ihren ersten Auftritt", wusste Julian Mäntele aus dem Archiv zu berichten.

Vorbild für viele Musiker-Kollegen

Seit Jahren gilt Konrad Würth als Vorbild für nicht wenige Stadtmusiker. Elisabeth Marber, die selbst als langjährige Klarinettistin beim aktuellen Neujahrskonzert auf der Bühne saß und über so manches gelungene Solostück zurückblicken kann, sah ihn als großes Vorbild an. Von 1964 bis 1989 übte er das Amt des Kassierers für 25 Jahre aus. Ehrungen erhielt Konrad Würth nach 25 , 50 und 60 Jahren. Das Ehrenmitglied ist im stolzen Besitz von Ehrennadeln in Silber, Gold sowie Gold mit Diamant. Da sehr wenige Aktivmusiker auf 70 Jahre zurückblicken können, wurde Konrad Würth nun vom internationalen Musikbund CISM die goldene Verdienstmedaille mit Urkunde und Etui verliehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Julian Mäntele lobte auch seinen konstant guten Probenbesuch in den sieben Jahrzehnten. Der Raumausstattermeister fühlt sich nach wie vor zuständig für das Umhüllen der Bühne für bessere Akustik und Optik in der großen Stadthalle. Neun Dirigenten und elf Vorstandswechsel hatte er bisher erlebt und ihnen immer eine Chance gegeben. "Den Altersunterschied merkt man nicht, gerne ist er von Jüngeren umgeben und meint nur, 'die mue ma schättere lo'", verriet Mäntele zum Abschluss seiner Laudatio. Dem Jubilar wurde mit dem "Mondflug" von Adolf Amann ein besonderes Musikstück zu Ehren gespielt.