Stühlingen Jahr der Extreme: Stühlinger Forstbetriebe ziehen Bilanz zu 2017

Der Holzverkaufserlös der Stühlinger Forstbetriebe lag im vergangenen Jahr bei rund 662 000 Euro. Die Forstverwaltung sucht zwei Forstarbeiter. Die Ausschreibung hatte keine einzige Bewerbung zur Folge.

Die Stühlinger Forstbetriebsbilanz 2017 fällt unter dem Strich besser aus, als diese sich im Moment mit knapp 53 000 Euro Gewinn darstellt. Denn Holz im Wert von 60 000 Euro liegt noch im Wald und schlägt sich deshalb noch nicht in der Bilanz nieder.

Die Forstverwaltung sucht dringend zwei Forstarbeiter. Die Ausschreibung hatte keine einzige Bewerbung zur Folge. Ein Forstarbeiter geht in den Ruhestand und zwei Mitarbeiter haben gekündigt. Derzeitige Revierleiter sind Bernd Bottler, Wolfdieter Haug, Pirmin Withaler und die beiden Waldarbeiter Gerd Amann und Pascal Vesenmayer.

Schweres Gerät kam bei den Durchforstungsarbeiten im Winter zum Einsatz.
Schweres Gerät kam bei den Durchforstungsarbeiten im Winter zum Einsatz. | Bild: Edelgard Bernauer

Probleme macht auch die Suche nach Firmen die mit Holzerntern arbeiten. Alle Holzernterbetreiber sind total ausgebucht und die Preise sind entsprechend hoch. Angedacht ist die Einrichtung eines Friedwaldes. Dafür aber ein geeignetes Waldareal zu finden, sei schwierig. Denn die Bodenbeschaffenheit muss so sein, dass bis 60 Zentimeter in die Tiefe gegraben werden kann und das sei bei der hiesigen Bodenbeschaffenheit oft nicht möglich. Ob dieser Gedanke weiter verfolgt wird, ist derzeit noch offen.

Laut Josef Frommherz, Stellvertretender Leiter des Forstbezirkes war 2017 wettermäßig betrachtet ein Jahr der Extreme. Die erste Jahreshälfte war zu trocken die zweite Hälfte zu nass. Im Sommer fielen große Mengen Käferholz an das mit viel Aufwand bearbeitet werden musste. Deshalb konnte der reguläre Hieb erst im Herbst in Angriff genommen werden.Es wurden 13 115 Festmeter Holzeingeschlagen. Damit lag man 1100 Festmeter unter dem jährlichen Hiebsatz von 14 200 Festmetern. 24 Prozent sind als Zwangsnutzung (Käferholz) deklariert. Der durchschnittliche Holzerlös lag bei 56,24 Euro. 75 Prozent waren Nadel-Stammholz, 25 Prozent Laubholz.

Die Revierleiter des Forstbezirkes Ost Stühlingen (von links): Sitzungsbesucher Klaus Böhler, Revierleiter Bernd Bottler, Josef Frommherz, Revierleiter Wolfdieter Haug und Pirmin Withaler.
Die Revierleiter des Forstbezirkes Ost Stühlingen (von links): Sitzungsbesucher Klaus Böhler, Revierleiter Bernd Bottler, Josef Frommherz, Revierleiter Wolfdieter Haug und Pirmin Withaler. | Bild: Edelgard Bernauer

Auf 662 000 Euro belief sich der Holzverkaufserlös. Hackschnitzel erbrachten 57 000 Euro, der Jagdpachtanteil lag bei 15 000 Euro und 4500 Euro brachten die Funkmasten.

Angesichts der Holzmarktlage riet Josef Frommherz zu derzeitigem Verzicht auf Frischholzeinschlag. Josef Frommherz ging auch auf das laufende Kartellverfahren ein, das seit 2002 läuft. Die Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof war auf den 10. April anberaumt. Das Ergebnis soll am 12. Juni bekannt gegeben werden. Erwartet wird da ein Richtungsentscheid, in dem Rahmenbedingungen für Kommunal- und Privatwald erwartet werden. Verschiedene Arbeitsgruppen tagen und in der politischen Frage gehe es vor allem um die Frage "Wer finanziert welchen Anteil an Dienstleistungen?" "Die Zeit, wo die Förster auch den Privatwald betreuten, ist jedenfalls vorbei," so Frommherz.

Investitionen

5,7 Hektar wurden neu bepflanzt, vor allem mit Nadelhölzern 94 Prozent. In den Wegebau wurden 43 000 Euro investiert. Bestandspflege und Waldschutz 35 000 Euro

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