Frau Schäfer, 24 Jahre an der Spitze der Stühlinger Bürgerschaft – das haben außer Ihnen nur im ausgehenden Mittelalter Hans Kemp (1504-1552) und Peter Dunger (1552-1605) sowie Ihr Vorgänger Ernst Rees geschafft. Diese drei Amtszeiten können demnach auch für sie nicht schrecklich gewesen sein?

Wenn mir meine Begeisterung und Leidenschaft für das Amt der Bürgermeisterin in Stühlingen abhanden gekommen wäre, hätte ich 2001 und 2009 sicher nicht erneut kandidiert. In welchem anderen Beruf kann man soviel gestalten und bewegen?

Was hat Ihnen am meisten, was am wenigsten Freude gemacht?

Natürlich gibt es in diesem Beruf, wie in jedem anderen auch, Entscheidungen und Maßnahmen, die mehr Freude machen und andere, die man lieber vermeiden würde. Es waren tolle Momente, die neue Kita zu eröffnen und den Abschluss Unterstadtsanierung feiern zu dürfen. Aber sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, ist es, ein Kindergartenkonzept zu beschliessen, das die Schliessung von Kindergärten beinhaltet oder aus Geldmangel die Vereinsförderung einzustellen.

Wieviele Investitionsmillionen sind grob geschätzt durch Ihre Hände gelaufen?

Diese Zahlen stellen wir gerade zusammen. Sie werden bei meiner offiziellen Verabschiedung am 23. November bekannt gegeben.

Würden Sie bei der Neuauflage ihrer Amtszeit etwas anders machen?

Bei einer Neuauflage hätte ich auch ergebnisorientiert gearbeitet.

Im Laufe von 24 Jahren kommt ja vermutlich ganz schön was an Geschenken zusammen. Da ist oft nicht klar ersichtlich, was dienstliche oder private Präsente sind. Was machen Sie mit all diesen Dingen, etwa dem Bild aus dem Fundus des Stühlinger Malers Elmar Zimmermann?

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, was Bürgermeister an Geschenken annehmen dürfen. Ich habe Geschenke wie die Bilder von Elmar Zimmermann oder auch Werke anderer Stühlinger Maler immer als Geschenke an die Stadt angesehen. Präsente wie Pralinen und Ähnliches gingen immer hinauf in unseren Gemeinschaftsraum zu den Rathausmitarbeitern.

Was wünschen Sie ihrem Nachfolger Joachim Burger?

Meinem Nachfolger Joachim Burger wünsche ich, bei allem was er tut oder lässt, privat oder auch beruflich, eine glückliche Hand.

Fragen: Edelgard Bernauer

Zur Person

Bürgermeisterin Isolde Schäfer stammt aus Vaihingen/Enz. Nach einer Ausbildung an der Verwaltungsfachhochschule in Lahr arbeitete sie in der Vaihinger Stadtverwaltung. 1993 wurde sie als 32-Jährige im ersten Wahlgang als Stühlinger Rathaus-Chefin gewählt und war die erste Bürgermeisterin im Landkreis Waldshut.