Eine wohltuende Nabelschau auf die vergangenen zwei Jahre im Stühlinger Ortsteil Bettmaringen mit einem Wermutstropfen gab es bei der Einwohnerversammlung. Für den einen oder anderen war es sicherlich eine Überraschung: Ortsvorsteher Gerhard Boll kündigte an, dass er bei den anstehenden Kommunalwahlen nicht mehr kandidieren wird.

Boll appellierte an die Anwesenden, bei der Kommunalwahl im kommenden Mai mitzuhelfen und sich eventuell auch als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Er selbst werde aus Zeitgründen nicht mehr kandidieren. Seit November 1978, so Gerhard Boll, ist er ehrenamtlich als Ortschaftsrat wie auch Vorsitzender oder Rechner von diversen Vereinen im Ehrenamt – und nun sei es genug.

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Im Rückblick hatte die Erschließung des Neubaugebiets in Bettmaringen oberste Priorität, das erklärte Ortsvorsteher Gerhard Boll bei der überaus gut besuchten Einwohnerversammlung. Mit einer gut besuchten Versammlung hatten die Ortschaftsräte zwar gerechnet, doch dass gleich alle Sitzgelegenheiten im Gasthaus "Adler" belegt sein würden, erfreute und erstaunte den Ortsvorsteher wie auch Bürgermeister Joachim Burger doch etwas.

Die Einwohnerversammlungen in Bettmaringen finden in einem zweijährigen Turnus statt. Dies mag mit ein Grund für die vielen Besucher gewesen sein. Zudem war es in Bettmaringen die erste Einwohnerversammlung, die der Stühlinger Bürgermeister Joachim Burger abhielt, der seit Dezember 2017 im Amt ist. Der Bericht von Ortsvorsteher Boll fiel entsprechend umfangreich aus, denn in den vergangenen zwei Jahren ist in Bettmaringen einiges bewegt worden.

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Boll berichtete vom Aufstellen des Pavillons bei der Buswendeplatte, über das Herrichten von diversen Feldwegen, die aus den Feldwegemitteln finanziert wurden, das Anlegen von Urnengräbern, die Installation von Straßenlaternen und die Dorfputzete. Boll stellte erfreut fest, dass dabei viele Jugendliche zusammen mit den Erwachsenen mitgeholfen haben.

In der Einwohnerstatistik ist Bettmaringen etwas nach unten abgerutscht, von 514 Einwohnern zum 31. Dezember 2016 auf 500 Einwohner zum 31. Dezember 2018. Für das Jahr 2017 waren ebenso wie für 2018 sieben Sterbefälle zu verzeichnen. Dafür gab es 2017 elf und 2018 vier Geburten. Diese Geburtenzahlen wirken sich, wie Boll festhielt, auch auf die Zahlen im Kindergarten aus, der inzwischen auch verlängerte Öffnungszeiten anbietet. Damit sich die Einwohnerzahlen wieder erhöhen, hofft Boll auf das neue Baugebiet, das momentan in der Planungs- beziehungsweise Erschließungsphase ist.

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Einen großen Anteil an vielen Aktivitäten im Dorf haben die Vereine und auch Einzelpersonen, die sich ehrenamtlich einbringen, sei es bei der Friedhofspflege, beim Anbringen von Geländerteilen am Friedhof oder bei der Erhaltung von Buswartehäuschen. Ortschaftsrätin Claudia Kech hatte die Schulkinder und Eltern eingeladen, die Buswartehäuschen zusammen neu zu streichen. Einen großen Einsatz leisteten Freiwillige aus Bettmaringen bei den Arbeiten zur Versorgung des Festplatzes mit Leitungen. "Wenn das Zusammenhalten in Bettmaringen nicht so gut funktionieren würde, dann würde Bettmaringen nicht so sauber aussehen", bedankte sich Boll bei den vielen Helfern.

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Bürgermeister Joachim Burger hatte seinen Bericht in drei Abteilungen unterteilt: die Geschehnisse der vergangenen Jahre, Ausblick und Informationen über das ZIS zur Breitbandversorgung in Bettmaringen. Burger teilte mit, dass er zuversichtlich sei, dass Bettmaringen von der Planung her beim ZIS im Jahr 2020 dran sein wird. Für eine schnelle Lösung beim Thema Probelokal des Musikvereins zeigte Burger jedoch keine positive Wendung auf. Stattdessen erinnerte er an die großen Projekte der Stadt wie beispielsweise die energetische Sanierung der Stadthalle oder die eventuell anstehende Ganztagesbetreuung im Kinderland Hohenlupfen. "Ich mache keine Versprechungen, es gibt noch vieles zu tun", sagte Bürgermeister Burger.