Im Ortsteil Bettmaringen wird es bald 21 neue Bauplätze geben. Einen großen Schritt in diese Richtung hat die Stadt mit dem einstimmigen Ratsbeschluss am Montagabend getan. Direkt im Anschluss an die „Untere Breite“ wird ein zweiter Abschnitt zur Wohnbebauung erschlossen. Ortsvorsteher Gerhard Boll erklärte, dass es bereits fünf Interessenten für Bauplätze gebe.

Zum Zeitplan der Erschließung sagte Ingenieur Ralf Mülhaupt vom Büro Tillig Ingenieure aus Dogern: „Die Erschließungsplanung und Auftragsvergabe soll 2019 erfolgen, die Ausführung der Arbeiten 2020.“ Ob das Gebiet in zwei Abschnitte oder in einem Schritt erschlossen wird, werde der neu zusammengesetzte Gemeinderat entscheiden, sagte Bürgermeister. Und er fügte hinzu: „Wir müssen vernünftig mit den Flächen umgehen. Aber wir sind mit der Innen- und Außenentwicklung auf einem guten Weg.“

Georg Kunz (links) von Geoplan aus Wehr und Ralf Mülhaupt vom Ingenieuerbüro Tillig aus Dogern erläuterten den Bebauungs- und Erschließungsplan für die "Untere Breite II" in Bettmaringen.
Georg Kunz (links) von Geoplan aus Wehr und Ralf Mülhaupt vom Ingenieuerbüro Tillig aus Dogern erläuterten den Bebauungs- und Erschließungsplan für die "Untere Breite II" in Bettmaringen. | Bild: Gerald Edinger

Den Bebauungsplan stellte im Detail Ingenieur Georg Kunz von Geoplan aus Wehr vor. Um im Bereich „Untere Breite II“ ein Neubaugebiet zu erschließen, bedürfe es keiner Erneuerung des Flächennutzungsplans aus dem Jahr 1987, erklärte der Experte. Für eine Fortschreibung genüge ein Nachtrag. Das Neubaugebiet erstreckt sich von der Steinastraße in nördlicher Richtung zum Hubweg und dem abzweigenden Wirtschaftsweg, von den Planern „Hohlweg“ genannt.

Durch zwei Stichstraßen wird das steile Gelände mit bis zu 22 Prozent Neigung für Einfamilien- und Doppelhäuser erschlossen. Der Rat stimmte nach kurzer Diskussion auch der Vorgabe einzelner Baufenster statt durchgängiger zu. Damit soll verhindert werden, dass ein Bauherr zwei Grundstücke kauft, sein Haus in der Mitte platziert und somit ein Bauplatz verloren ginge.

Die Vorgaben

Auf Initiative von Bruno Jehle (FW) werden Vorgaben von Firsthöhe und Dachneigung nach dem Beispiel von Eberfingen aus dem Bebauungsplan herausgenommen. Des Weiteren soll die Aufschüttung auf 1,50 Meter erhöht werden. Im Konzept der Stadtplaner waren 1,20 Meter vorgesehen. Auf sechs Meter Höhe sollen Häuser mit Flachdach begrenzt werden. Die Versorgungsleitungen werden im Ringschluss für die „Untere Breite II“ gebaut. Beim Trinkwasser soll durch eine Druckerhöhung auch eine Verbesserung der Löschwasserversorgung erreicht werden, erklärte Mülhaupt. „Ein schwieriges Thema“ ist für den Fachmann der Bau des Abwasserkanals. Geplant ist eine Tiefe von drei bis 3,50 Meter, ein tieferer Graben beeinflusse auch die Kosten.

Das Neubaugebiet entsteht zum Teil auf einer geschützten Mähwiese. „Dafür haben wir eine Ausgleichsfläche gefunden, die Verhandlungen mit dem Besitzer laufen“, erklärte Thomas Bendel vom Rechnungsamt. Zum Schutz der Zauneidechsen soll ein 30 Zentimeter hoher Zaun gebaut werden. Der Artenschutz schreibt den Planern vier Nistkästen für Vögel und zwei Überwinterungskästen für Fledermäuse im Baugebiet vor.