In ihrer Heimatstadt Stühlingen ist sie unter ihrem Mädchennamen Hildegard Conzelmann (77) bekannt, obwohl sie seit 57 Jahren Hildegard Bächtold heißt. Denn so lange ist sie bereits mit dem Schleitheimer Mechaniker, Spediteur und Fernfahrer Kurt Bächtold verheiratet. Hildegard Bächtold ist nicht das einzige „Schtüehlinger Maidli“, das es der Liebe wegen über die Grenze zog.

Liebe mit Hindernissen

Die Wutach trennte besonders in Kriegszeiten Welten. Als Hildegard ihren Kurt ehelichte, waren Konfessions-und Staatszugehörigkeit schwerwiegende Gründe, die Hochzeiten verhindern konnten. Hildegard und Kurt setzten sich aber allen Widerständen zum trotz durch. Hildegard Conzelmann war nicht nur katholisch, sondern auch noch Deutsche, was nach dem Krieg in der Schweiz nicht gut ankam.

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Die Ehe der Bächtolds hält schon 57 Jahre. Das Paar wohnt am Lendenberg in einem schmucken Haus mit Blick über das Randental bis zum Wutachtal. Als der Lendenberg noch nicht so dicht bebaut war, hatte Hildegard sogar Schloss Hohenlupfen im Blick. Zu Stühlingen pflegen die Bächtolds gute Kontakte, sei es bei Veranstaltungen oder den HGV-Veranstaltungen.

Tanzmusik in der „Alten Post“

Kennen gelernt haben sich Hildegard und Kurt bei einer Tanzveranstaltung im damaligen Hotel „Post“ (Heute: Hans Carossa Klinik). Kurt Bächtold machte dort an Fasnacht zusammen mit Stefan Hägele Tanzmusik. Kurt Bächtold spielte Trompete, Stefan Hägele Akkordeon. Später ging aus dem Duo die Band „Stefania“ hervor. Hildegard Bächtold erinnert sich an glückliche Kindheitstage.

„Trotz Kriegszeit musste ich nie Not leiden. Es gab zwar nicht alles, aber Hunger war ein Fremdwort.“ Sie war das einzige Kind von Schneidermeister Otto Conzelmann und dessen Frau Hilda, geborene Würth. Hildegard Conzelmann ist im Städtle, der Stühlinger Altstadt, aufgewachsen, darauf legt sie großen Wert.

Aufgewachsen im Stühlinger Städtle

Am liebsten hielt sich Hildegard bei ihrem Opa Schlossermeister Würth im Unterdorf auf. „Ich war Opas Liebling“, erinnert sie sich. Im Haus in der Altstadt gab es einen großen Keller, in den viele Nachbarn bei Luftalarm Zuflucht suchten, erinnert sich unsere Gesprächspartnerin. Sie besuchte die Volksschule am Stadtweg und spontan fallen ihr die Namen damaliger Lehrer ein, wie beispielsweise Gustav Häusler, Robert Moos, Fridolin Hensler, Paula Hoppenberg, und Carola Redlinger.

Nach der Schulzeit kam sie in die Lehre in das Waldshuter Kaufhaus Groß & Hammer. 1963 wurde geheiratet, da war Hildegard gerade 21 Jahre alt und demzufolge nach damaligem Gesetz volljährig. Inzwischen hat sie zwei erwachsene Kinder die in der Nähe verheiratet sind. Und sie ist zu ihrer großen Freude auch schon Ur-Oma.