Ein Generationswechsel hat sich im Autohaus Amann vollzogen. „Das war schon lange klar, sonst hätte ich vor neun Jahren nicht noch einmal fast eine Million investiert“, sagt der Seniorchef im Gespräch mit dieser Zeitung. Ihm sei auch wichtig, dass der Name des Geschäfts beibehalten wurde, für Gerhard Tröndle ist er ein Markenzeichen.

Besonders ist diese Übergabe an die nächste Generation auch aus einem anderen Grund: Die Automobilbranche befindet sich inmitten eines spannenden Wandels. Auch deshalb holte Jessica Tröndle den Kfz-Meister Philipp Kaspar in die Geschäftsleitung. Während sie für die kaufmännische Seite zuständig ist, kümmert sich ihr Geschäftspartner um die technische Seite und den Werkstattbetrieb.

Weiterbildung zur Automobil-Betriebswirtin

Kaspar kam vor sechs Jahren als Service-Techniker, machte vor zwei Jahren seine Meisterprüfung und kann nach einer weiteren Prüfung Azubis nun ausbilden. Jessica Tröndle machte im Autohaus Waser (Tiengen) eine Ausbildung zur Automobilkauffrau, später bildete sie sich weiter zur Automobil-Betriebswirtin. Seit 2008 ist sie im väterlichen Betrieb. „Ich bin mit Autos groß geworden, es war irgendwie klar, dass ich mal in den Betrieb meines Vaters einsteigen werde“, sagt die neue Geschäftsführerin.

Offen war eigentlich nur, ob sie die Leitung des Autohauses mit Verkauf und Werkstatt allein managen wird, oder für die technische Seite einen Partner gewinnen will. „Da haben wir an Philipp Kaspar gedacht“, erzählt Jessica Tröndle. Der Kfz-Meister „musste nicht lange überlegen“ und sagte zu.

Tochter hat die Liebe zu Autos geerbt

Gerhard Tröndle berichtet, dass es einige bürokratische Hürden zu überwinden gab, ehe die Übergabe an seine Tochter über die Bühne gehen konnte: „Es ist Wahnsinn, was da an Aufwand alles dahintersteckt.“ Er ist sichtlich froh, dass seine Tochter die Liebe zu Autos geerbt hat: „Es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass junge Leute den Betrieb weiterführen!“

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Als Herausforderung sehen die jungen Geschäftsführer und der Senior den Wandel in der Automobilbranche – hin zur E-Mobilität. Der VW-Konzern, deren Partner das Stühlinger Autohaus ist, hat deshalb mit den angeschlossenen Autohäusern neue Verträge ausgehandelt, die zum 1. April gültig werden, erklärt Jessica Tröndle.

Prognosen für Elektroautos schwierig

Ein Handicap ist für das Autohaus momentan der Umstand, dass die beiden E-Ladesäulen auf dem Betriebsgelände für jeweils 11 kW ausgelegt sind, verlangt werden vom Konzern zwei mit 22 und eine mit 11 kW Leistung. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wollte Gerhard Tröndle vom Stromzulieferer EKS (Schaffhausen) 150 kW bekommen, 90 werden nun angeboten. Ob sich E-Autos durchsetzen werden ist auch im Autohaus offen.

„Viele Leute sind bei Elektroautos skeptisch, langfristige Prognosen sind schwierig. Die Zukunft wir eine Mischung aus allen Antrieben sein“, glaubt ihr Geschäftspartner Philipp Kaspar. Preise, Leistung und Reichweite seinen im Moment für ihre Kunden „nicht attraktiv“. Gerhard Tröndle glaubt, dass es noch zwei, drei Jahre dauern wird, ehe sich das Ändern wird.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Die Zukunft des Autohauses sehen Jessica Tröndle und Philipp Kaspar optimistisch: „Es wird spannend, weil keiner weiß, in welche Richtung es bei den Antrieben geht – das sehen wir aber positiv. Wir haben einen treuen Kundenstamm, auch Dank unseres Hol- und Bring-Service,“ betont die Geschäftsführerin. Dieses Erfolgsmodell hatte ihr Vater mit viel Weitsicht eingeführt.