Einem Vertrag mit, laut Bürgermeisterin Isolde Schäfer „Rückfahrkarte“, stimmten die Stühlinger Gemeinderäte zu. Geplant ist am 5. Dezember die Gründungsversammlung der Waldgenossenschaft Südschwarzwald. Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamtes , stellte den Grund vor, der zu dieser Neuregelung, führt.

Das Bundeskartellamt befand, das die Holzverkäufe hierzulande nicht wettbewerbsfähig sind und somit auf dem Holzmarkt nicht bestehen können. In der Tischvorlage heist es: „Das Forstwesen in Baden-Württemberg steht vor dem größten Umbruch seit 200 Jahren. Auslöser ist das Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg, sowie die Änderung des Bundeswaldgesetzes und der Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen.

Zentrale Anliegen des Kartellverfahrens ist, dass der gemeinsame Holzverkauf, der keine staatliche Aufgabe mehr ist, im Kommunal- und Privatwald neu zu regeln sei. Im Kreis Waldshut wurde der Holzverkauf bereits 2015 geteilt. Eine Verkaufsstelle wurde in St. Blasien, eine in Stühlingen eingerichtet. In der Tischvorlage heißt es; „ Die Bündelung großer Holzverkaufsmengen im gemeinschaftlichen Holzverkauf ist im strukturell benachteiligten Kommunal-und Privatwald des Landkreises Waldshut alternativlos.“

Schwierig mutet das Ganze an, weil der Rechtsweg beschritten wurde und noch kein Urteil vorliegt. Dennoch – der Holzverkauf über das Landratsamt muss spätestens zum 1. Juli 2019 eingestellt sein. Ab 2018 soll das anfallende Holz über die selbstständige, noch zu gründende Waldgenossenschaft Südschwarzwald vermarktet werden. Jede Gemeinde oder Forstbetriebsgemeinschaft die mit einer Einlage von 2000 Euro mitmacht, soll stimmberechtigtes Mitglied sein. Im Landkreis Waldshut gibt es etwa 18 000 Waldbesitzer, darunter 7000 Privatwaldbesitzer. Man erhofft sich seitens einer Genossenschaft auf dem Holzmarkt besser bestehen zu können.

Offensichtlich hatte Bürgermeisterin Schäfer im Gemeinderatsrund skeptische Gesichter ausgemacht. Um allen die Zustimmung zum Genossenschaftsbeitritt zu erleichtern, stellte sie symbolhaft fest: „Man heiratet mit Scheidungsmöglichkeit und noch eines -Subventionen, wie es sie bisher gab, sind perdu!“ Das Einverständnis erfolgte schließlich einstimmig.