Seit 25 Jahren gibt es bei den Hungrigen Stühlingern die 16 Zäche. Diese Gruppe kommt nur zu ganz bestimmten Anlässen in das Rampenlicht, nämlich beim Narrenbaum-Stellen. Der Narrenbaum ist ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass im Ort die fünfte Jahreszeit begonnen hat. „Ob die Zäche ihr Jubiläum noch feiern werden, steht noch nicht fest“, sagte Daniel Harrer, der Leiter der Gruppe.

Idee hat damaliger Zunftmeister

In früheren Zeiten kam die Narrenmutter Ruth Kehl mit einem Tablett voller gut gefüllter Schnapsgläser für die Baum-Steller vorbei. Dass in dem Getümmel auch einige Gefahren lauerten, kümmerte damals die Narrenschar meist wenig. Das änderte sich im Lauf der Jahre. Der damalige Zunftmeister der Hungrigen Stühlinger, Arnfried Winterhalder, dachte 1992 laut darüber nach, eine spezielle Gruppe mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Die Folge war, dass sich 16 Männer unter der Leitung von Florian Kemmerich zusammengefunden haben, um diese Aufgabe zu übernehmen – die 16 Zäche waren geboren. Gründungsmitglieder waren Florian Kemmerich, Martin Koch, Joachim Schwilski, Christoph Mäntele, Thomas Rees, Martin Schaaf, Udo Lasarzick, Joachim und Alex Vanselow, Mathias Härtenstein, Thomas Duttlinger, Oliver Stoll, Georg Eisele, Rupert Harrer und Chris Kübel.

Zahl 16 ist eher symbolisch gemeint

Der Name Zäche leitet sich davon ab, dass es zähe Männer sind und für das Aufstellen eines Narrenbaumes mindestens 16 Männer nötig sind. Der heutige Leiter der Gruppe, Daniel Harrer, betont: „Alle, die bei den 16 Zäche, es sind natürlich mehr als 16 Männer, müssen mindestens 18 Jahre alt, männlich und vor allem nüchtern sein.“ Die Zahl 16 ist dabei symbolisch. Die 16 Zäche treten in einer Zimmermannskluft auf.

Sicherheit ist oberstes Gebot

In Stühlingen wird der Narrenbaum erst am Schmutzigen Donnerstag im Städtle, hinter dem „Rebstock“, aufgestellt. Der Baum wird in der Bahnhofstraße geschmückt und auf einem umgebauten Leiterwagen mit Nachläufer an starken Seilen von den 16 Zächen, unter den Klängen der Stadtmusik, vorneweg der Büttel und der Kinderbüttel, mit Muskelkraft hinauf ins Städtle gezogen.

Mit Muskelkraft ziehen die 16 Zäche traditionell den Narrenbaum von der Bahnhofstraße hinauf in Städtle.
Mit Muskelkraft ziehen die 16 Zäche traditionell den Narrenbaum von der Bahnhofstraße hinauf in Städtle. | Bild: Lucia van Kreuningen

Dort wird ein Radius entsprechend der Baumlänge gezogen, den keiner der Zuschauer überschreiten darf. Erst wenn alles abgesichert ist, wird der Narrenbaum mithilfe von Scheren traditionell aufgestellt.

Auch das Fällen des Narrenbaumes übernehmen wieder die 16 Zächen und das geschieht immer am Samstag nach Fasnacht. Da wird um 7 Uhr früh bereits der Narrenbaum gefällt. „Die Familie Sarnow vom Rebstock sorgt immer dafür, dass keine Autos im Weg stehen – dafür sind wir Zächen sehr dankbar“, sagt Daniel Harrer.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Laufe der Jahre weitere verschiedene Aktivitäten dazu gekommen. Legendär sind ihre Auftritte bei den Bunten Abenden wie auch beim Umzug am Fasnachts-Montag mit der Zäche-Bar. Der Erlös ihrer Aktionen kommt alljährlich einer der örtlichen sozialen oder kulturellen Gruppe zugute. Auch das Fasnachtsfeuer wurde von den Zächen wieder eingeführt, bei dem viele Stühlinger dabei sind.