Die 16-jährige Schülerin Raphaela Schmid ist hellauf begeistert und kann diese Erfahrung wärmstens weiterempfehlen. So habe sie auf dem Biohof Kramer in Mauchen viel Neues gelernt und sei herzlich von der Familie aufgenommen worden. Obwohl sie eigentlich Angst vor Hunden hat, konnte sie mit Hofhund Bruno schnell Freundschaft schließen.

Raphaela Schmid mit Kälbchen, Gastmutter Irene Kramer und Hofhund Bruno.
Raphaela Schmid mit Kälbchen, Gastmutter Irene Kramer und Hofhund Bruno. | Bild: Raphaela Schmid

"Es ist eine Herausforderung woanders zu leben und zu arbeiten", sagt Raphaela. Morgens und abends half sie beim Füttern der Kälbchen und beim Säubern der Stalldurchgänge. Außerdem passte sie gelegentlich auf den jüngsten Spross der Familie auf und half beim Kochen.

Familie Kramer ist von der Schülerin angetan und wünscht sich, dass sich wieder mehr junge Menschen für die Landwirtschaft begeistern können. "Es ist ein vielfältiger Beruf. Man arbeitet mit Tieren, Pflanzen und Technik", so Volker Kramer. "Man ist sein eigener Herr", ergänzt er.

Allerdings gebe es keine geregelten Arbeitszeiten, und der Beruf des Landwirtes sei im Vergleich zur Industrie finanziell oft weniger lukrativ. "Immer weniger Menschen haben Bezug zum Landleben", beklagt Kramer die strukturellen Entwicklungen.

Die Freiwillige Raphaela Schmid bei der täglichen Stallarbeit.
Die Freiwillige Raphaela Schmid bei der täglichen Stallarbeit. | Bild: Raphaela Schmid

Irene Kramer kann nicht nachvollziehen warum viele junge Menschen in die Stadt wollen. Gerade auch vor dem Hintergrund der horrend hohen städtischen Mieten sieht sie im Landleben Vorteile. "Man muss mit dem Herzen dabei sein", sagt sie über das Leben auf dem Bauernhof.

Den Trend zu biologischem Anbau sieht Irene Kramer nicht nur idealistisch fundiert, sondern zunehmend auch wirtschaftlich sinnvoll. Es gebe Fördermittel und außerdem könne man durch den weitgehenden Verzicht auf Monokulturen langfristig besser fahren. "Wir haben eine weite Fruchtfolge und verwenden keine Pestizide", sagt Irene Kramer. Die freiwillige Hof-Helferin Raphaela Schmid hat allerdings beruflich andere Pläne. "Auf Dauer wäre der Beruf der Landwirtin nichts für mich!" Kurze Aufenthalte kann sie sich aber wieder vorstellen.

Die Schülerin lebt bewusst und weiß, dass man Landwirte durch regional nachhaltigen Konsum unterstützen kann. "Das ist besser, als Produkte aus Übersee zu importieren", sagt sie. Nach den Sommerferien wird Raphaela das Wirtschaftsgymnasium besuchen und möchte beruflich eines Tages mit "Sprachen und Menschen" zu tun haben.