Mit alten Dokumenten kennt sie sich aus: Engeltje van Kreuningen aus Eggingen hat jahrelange Übung im Lesen und Entziffern jahrhundertealter Schriften. Die recht junge Sütterlinschrift, die unsere älteren Mitbürger bis 1942 in der Schule übten, ist eine der leichtesten Übungen für van Kreuningen. Aber auch vor viel älteren, lateinischen Dokumenten macht sie kein Halt. „Dadurch, dass ich jahrelang in Griechenland lebte und der Landessprache mächtig bin, die dem Lateinischen ähnelt, gelingt es mir, auch die lateinischen Schriften zu lesen“, erzählt die Hobbyhistorikerin.

Diese wunderschöne alte Truhe war voller alter Dokumente der katholischen Kirche von Eberfingen. Eberfingen war immer schon Filialkirche von Stühlingen. Jetzt steht die Kiste im Dachgeschoss im Stühlinger Pfarramt.
Diese wunderschöne alte Truhe war voller alter Dokumente der katholischen Kirche von Eberfingen. Eberfingen war immer schon Filialkirche von Stühlingen. Jetzt steht die Kiste im Dachgeschoss im Stühlinger Pfarramt. | Bild: Rita Bauknecht

Sieben Jahre hat van Kreuningen im Gemeindearchiv im Egginger Rathaus entstaubt, getrocknet, entschimmelt und vor allem Dokumente sortiert. Jetzt hat sie ein neues Territorium für sich entdeckt, welches sie ungeheuerlich spannend findet. „Jede Zeit kommt einmal wieder“, glaubt die 69-Jährige. „So ist es auch mit der Kirchengemeinde Eggingen-Stühlingen.“

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Bereits im 18. Jahrhundert gab es die Union der Pfarrgemeinden Stühlingen und Obereggingen zusammen mit Horheim, Untermettingen und Schwaningen. Dies geht aus den alten Rechnungsbüchern von 1783 bis 1856 hervor, welche die emsige Hobby-Archivarin im vergangenen Jahr mit dem Staubsauger Seite für Seite sauber gemacht und in einen neuen Metallschrank einsortiert hat.

Unterstützung von allen Seiten

Engeltje van Kreuningen ist sehr erfreut darüber, dass sie im Stühlinger Pfarrhaus von allen Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt wird. „Es sind noch Berge an Arbeit zu bewältigen, bis all die schmutzigen Dokumente einigermaßen fachgerecht archiviert sind.“ Doch die Hobby-Historikerin hat bereits einen ganzen Schrank voller historischer Rechnungen fein säuberlich zusammengestellt. Das älteste Rechnungsbuch von ihr entdeckte, ist von 1593 und hat den Titel: „Unser Lieben Frauen Gotteshaus“. Dieses beinhaltet die Rechnungen der Stadtkirche St. Sebastian, der Dorfkirche und der Kapelle im Weiler St. Johannßen.

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Trotz des Mammut-Projektes im Stühlinger Pfarrhaus konnte die Geschichts begeisterte Eggingerin eine aktuelle Anfrage des Bettmaringer Gemeindeteams nicht ablehnen: „Sie haben mich um die Mithilfe bei der Erhebung von Daten aus den historischen Büchern für eine neue Chronik der Kirche in Bettmaringen gebeten.“