Wangen ist ein Dorf mit Besonderheiten. Bis zur Eingemeindung war der Ort noch in drei Teile gegliedert: Ober-, Unterwangen und Sparrenberg. Der heutiges Gesamtortsteil von Stühlingen hat 300 Einwohner. Ortsvorsteher Harald Hofmeier spricht über „den starken Zusammenhalt“ der Dorfgemeinschaft, aber auch negative Entwicklungen in seiner Heimat.

<strong>Idyllisch:</strong> Unterwangen liegt am Hang, umgeben von Wald und Wiesen.
Idyllisch: Unterwangen liegt am Hang, umgeben von Wald und Wiesen. | Bild: Johannes Renner

Harald Hofmeier (CDU) wird nächstes Jahr sein 20-Jähriges als Ortsvorsteher haben. Seit 1986 lebt er in dem Dorf. Lokal aktuelle Themen sind die Erschließung des Neubaugebiets und der Umbau des Rathauses in Oberwangen zu einem Feuerwehgerätehaus und Saal für Vereine. „Das Thema brennt den Leuten hier unter den Nägeln“, so Hofmeier. Der Saal werde dringend für Vereinstreffen gebraucht.

<strong>Geistlich: </strong>Die Kirche Wangens steht in Oberwangen.
Geistlich: Die Kirche Wangens steht in Oberwangen. | Bild: Johannes Renner

„Die vier Vereine, die ein Dorf braucht, sind bei uns sehr gut aufgestellt“, sagt der gelernte Raumausstatter. Besonders der Musik- und der Feuerwehrverein hätten für ein so kleines Dorf eine hohe Mitgliederzahl. Der Narrenverein erfreut sich noch immer Beliebtheit. Bei den Landfrauen gebe es nicht nur reifere Damen, sondern auch Mädchen. Die Zukunft der örtlichen Vereine scheint gesichert. Die Bevölkerungsstruktur sei insgesamt gemischt. „Wir haben schon auch Kinder hier. Die gehen in den Schwaninger Kindergarten“, so Hofmeier, der auf die Erschließung eines neuen Baugebietes verweist, um für junge Menschen attraktiver zu werden. „Menschen, die weggezogen sind, könnten so vielleicht wieder zurückkehren“, hofft der 54-Jährige.

<strong>Gemütlich: </strong>Ortsvorsteher Harald Hofmeier an dem Platz gegenüber des früheren „Hirschen“, der nun als Treffpunkt der Dorgemeinschaft dient.
Gemütlich: Ortsvorsteher Harald Hofmeier an dem Platz gegenüber des früheren „Hirschen“, der nun als Treffpunkt der Dorgemeinschaft dient. | Bild: Johannes Renner

Ein Wermutstropfen ist die fehlende Gastronomie. In ganz Wangen gibt es nach Angaben Hofmeiers kein Gasthaus mehr: „Der 'Hirschen' in Unterwangen musste vor wenigen Jahren schließen, das Gasthaus 'Rank' in Oberwangen ist schon lange nicht mehr aktiv.“ Tourismus gebe es kaum noch. Stattdessen habe man nun gegenüber des früheren "Hirschen" einen Platz hergerichtet, der als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft dienen soll. Diese, lobt Hofmeier, sei auch bei Auswärtigen für ihren „starken Zusammenhalt“ bekannt. So etwas gebe es nicht überall.

<strong>Andächtig:</strong> Die St. Wendelin Kapelle steht in Unterwangen.
Andächtig: Die St. Wendelin Kapelle steht in Unterwangen. | Bild: Johannes Renner

Auch landwirtschaftlich ist in Wangen nicht mehr viel los. Zwei „sehr gute Landwirte“ gebe es noch. Markus Kaiser auf dem Sparrenberg mit seiner Milchviehhaltung und Wilfried Kaiser in Oberwangen mit seinem Hühnerhof. Wilfried Kaiser plant laut Hofmeier eine „Schauküche“. „Dann könnte es vielleicht wieder so etwas Ähnliches wie Gastronomie mit Tageskarte geben“, meint der Ortsvorsteher. Ansonsten sieht er die Chancen für eine Rückkehr der Gastronomie skeptisch. Was noch fehlt: „Wir haben hier fast kein Gewerbe. Höchstens ein paar Versicherer, aber keine Handwerksbetriebe.“