"Zuerst spielte ich Klarinette im Musikverein Lausheim. Eigentlich recht gut, doch als 14-jähriges Mädchen fand ich 1990 zu den Tischentennis-Freunden Stühlingen und war von Anfang an von diesem Sport fasziniert", erzählt Katja Wiedemann, die heute dem Vorstandstrio der TTF Stühlingen angehört. "Vom ursprünglichen Ping-Pong wurde ich damals von Raimund Brendle, dem Vater des Stühlinger Tischtennis, in die vielen Variationen und Bewegungsabläufe dieses Sports eingeführt". So Katja Wiedemann, die vor ihrer Eheschließung im Jahr 2000 Katja Keller hieß. Das Spiel mit dem Zelluloidball an der Platte machte ihr Spaß, zumal sie sich als großes Talent entpuppte. Ihre Klarinette hängte sie jedenfalls an den berühmten Nagel, spielte jetzt nur noch Tischtennis.

Katja Wiedemann beim Aufschlagspiel an der Platte.
Katja Wiedemann beim Aufschlagspiel an der Platte. | Bild: Günter Salzmann

Und das nicht schlecht. Rund zehn Jahre lang punktete sie in der Jugend-, später in der zweiten Damenmannschaft, zählte zu deren Leistungsträgern. Doch nach ihrer Eheschließung mit Sven Wiedemann folgten zwischen 2000 und 2008 vier freudige Ereignisse, die nicht nur ihre Familie vergrößerten, sondern auch zu einer achtjährigen Tischtennispause führten. Viel Wasser ist in dieser Zeit die Wutach hinuntergeflossen und Katja Wiedemann hatte eigentlich den Tischtennsissport schon abgeschrieben.

Doch dann kam es, wie es kommen musste: Der Verein hatte 2008 personelle Probleme, schrieb seine ehemaligen Aktiven an. Und Katja Wiedemann fühlte sich angesprochen, erinnerte sich der schönen Zeiten im TTF-Dress und die Kameradschaft im Verein. "Dieser Brief entfachte bei mir eine neue Liebe zu Verein und Tischtennssport", erzählt sie, kehrte zurück, spielte gleich in der Kreisliga, etwas später in der Bezirksklasse und seit vier Jahren in der 3. Damenmannschaft in der Landesliga, wo sie heute im vorderen Paarkreuz spielt.

Katja Wiedemann bleibt s wenig Zeit für andere Dinge, zumal sie als Verkäuferin noch mitten im Berufsleben steht.
Katja Wiedemann bleibt s wenig Zeit für andere Dinge, zumal sie als Verkäuferin noch mitten im Berufsleben steht. | Bild: Günter Salzmann

Szenenwechsel. Weil Tischtennis zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, lässt sich auch für den organisatorischen Bereich kaum jemand finden. Folglich regeln die Aktiven selbst ihren Spielbetrieb. Auch bei den TTF Stühlingen ist das so, doch werden bei den TTF die Aufgaben auf mehreren Schultern verteilt. Ein Trio, bestehend aus drei Spieler beziehungsweise Spielerinnen, ist zum Beispiel Vorsitzender: Tatjana Lasarzick (47) ist erste Ansprechpartnerin, mehr im Hintergrund wirken Sven Demuth und Katja Wiedemann. Während Sven Demuth den Bereich Sport koordiniert, kümmert sich Katja Wiedemann um den TTF-Kurier, organisiert für diesen Texte und Inserate damit Geld in die Vereinskasse kommt. Nebenher klärt sie noch Hallentermine mit der Stadt und macht die Meldungen für offene Turniere.

Ehemann Sven Wiedemann ist immer dabei, fand jedoch nie zum aktiven Tischtennissport. Dafür betätigt er sich aber Woche für Woche als Fahrer und Betreuer, denn inzwischen spielen auch ihre Töchter Tischtennis, die offensichtlich das Talent ihrer Mutter haben. Katja Wiedemann bleibt jedenfalls wenig Zeit für andere Dinge, zumal sie als Verkäuferin noch mitten im Berufsleben steht.