Im Kapuzinerkloster Stühlingen gibt es Veränderungen in der Klostergemeinschaft. Drei Klostermitglieder werden sich nach Jahren aus Stühlingen verabschieden, drei kommen bis spätestens zum nächsten Sommer hinzu und füllen die entstandenen Lücken. Die drei Klostermitglieder werden das Kloster im Anschluss an den Dankgottesdienst am Sonntag, 8. Dezember, um 18 Uhr in verschiedene Richtungen verlassen.

  • Bruder Laurentius (61 Jahre) leitete das Kloster Stühlingen elf Jahre lang und startete das äußerst erfolgreiche Projekt „Kloster zum Mitleben“. Vor seinem Eintritt in den Orden war er Briefträger. Er zelebrierte regelmäßig die Eucharistiefeier in der Klosterkirche sowie auf Wunsch als Vertretung in den umliegenden Kirchengemeinden den Gottesdienst. Studiert hatte er Philosophie und Theologie in seiner Heimat Münster in Westfalen. Im dortigen Kloster, seiner künftigen Heimat, trifft er Studienkollegen und befreundete Brüder, was ihm den Abschied aus Stühlingen leichter macht.
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Im großen Ausbildungskonvent in Münster übernimmt er das Amt des Vikars und wird in der Seelsorge mitarbeiten. „Es ist das erste Mal, dass ich so lange an einem Ort bin. Es gab gewachsene Beziehungen zu vielen Gottesdienstbesuchern wie auch zu Nachbarn und Gästen, das kostet schon was.“ Dass nun eine neue Leitung das Projekt „Kloster zum Mitleben“ weiterführt, sieht er positiv: „Dem Projekt „Kloster zum Mitleben“ tut es gut, wenn neue Ideen und neue Kreativität entstehen.“ Einer der bekanntesten Kapuziner in Stühlingen ist Pater Engelbert, der knapp 40 Jahre in Stühlingen gelebt und gewirkt hatte.

  • Schwester Odwina (82 Jahre) kam am 5. Januar vor nahezu 20 Jahren nach Stühlingen. Bereits mit 21 Jahren trat die gelernte Köchin in den Orden ein. 16 Jahre lang war sie hauptamtlich für die Küche zuständig und bereitete regelmäßig mit viel Liebe gewürzte leckere Speisen zu und brachte sie auf den Tisch der Klostergemeinschaft. Neben der Tee-Verarbeitung gehörte zu ihren Aufgaben auch die Anfertigung der Angebote für den Klosterladen.
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Geschätzt wurde sie als Zuhörerin bei den Gästen. „Sie hat ein großes Charisma und ein feines Gespür dafür, die Gäste das in der Küche machen zu lassen, was diese gerne machen. Sie wird zurück ins Mutterhaus gehen, ins Kloster Reute, dort kann sie auf ein erfülltes Leben zurückblicken und ihren Ruhestand unter Freundinnen genießen.

  • Bruder Christian (33 Jahre) kümmerte sich die vergangenen sechs Jahre um alle Anliegen der Küchenwirtschaft und versorgte die Klostergemeinschaft mit schmackhaften Mahlzeiten. Vor seiner Berufung in den Orden war er Bankkaufmann. Im Rahmen seiner Ausbildung verbrachte er ein Auslandsjahr im Kinderheim in Peru. Dort kümmerte er sich um die 200 Waisenjungen. Im Kloster in Stühlingen löste er Schwester Odwina in der Küche ab und betreute außerdem die Internetseite des „Klosters zum Mitleben“.
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Bevor er seine neue Stelle in Fushë-Arrëz antritt, einem kleinen Ort in Nordalbanien, wird er bis Ostern in Frankfurt die dortige Sprache lernen. Eigentlich hätte er bereits seit einiger Zeit Bruder Andreas in Albanien unterstützen wollen, doch blieb er noch in Stühlingen, um die Gemeinschaft zu stärken. Bis auf das mühsame Erlernen der Sprache freut er sich bereits sehr auf seine neue Aufgabe, auch wenn er das Leben in Stühlingen vermissen wird: „Ich mag das Projekt ‚Kloster zum Mitleben‚ sehr. Als Koch mit den Gästen zusammenzuarbeiten, werde ich sehr vermissen.“

  • Das Projekt „Kloster zum Mitleben“ ist äußerst erfolgreich. Im Jahr 2019 war es für 26 Wochen geöffnet, 300 Gäste durften zwischen einer und drei Wochen zusammen beten, arbeiten, essen und Begleitung erfahren. Das Projekt ist bereits im elften Jahr, die Höchstzahl lag bei jährlich 37 geöffneten Wochen. Bis zu 27 Gäste waren bereits gleichzeitig im Kloster: „Jedes Jahr schauen wir, was tut uns, was tut den Gästen gut“, erläutert Bruder Laurentius. „Wir haben festgestellt, dass sieben bis zwölf Gäste die ideale Zahl ist. Dann können alle zur Rede kommen und finden alle Gäste Anschluss zueinander.“ 15 Gäste sind die aktuelle Höchstzahl, Rückmeldungen ergeben immer wieder diesen oder ähnliche Aussprüche: „Wie schön, das tut so gut.“