Die Berufsorientierung an der Realschule Stühlingen ist so angelegt, dass alle Schüler in die Lage versetzt werden sollen, ihre Berufswahl eigenverantwortlich zu bestimmen. Den Schülern soll Hilfestellung beim Übergang ins Berufsleben gegeben werden.

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Ein Teil der Berufsvorbereitung ist eine Veranstaltung des Fördervereins der Schule: Die Vortragsreihe, in der ehemalige Realschüler von ihrem beruflichen Werdegang berichten. Zielgruppe sind die Neuntklässler, denen Ehemalige von den Anforderungen ihrer Berufe berichten, wobei auch Rückschläge und Irrwege erwähnt werden.

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Die Vorsitzende des Fördervereins, Kirsten Huber, hatte aktuell drei Referenten eingeladen: Daniela Haushälter, Social Media Manager und Fotografin, Mike Lampert, Kaufmann der Touristik, und Tobias Held, Geschäftsinhaber einer Schreinerei. Konrektorin Barbara Berreth gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Veranstaltung helfen kann, einen passenden Beruf zu finden. Kirsten Huber stellte die Frage: „Beruflicher Erfolg – was ist das?“ Die Antworten: „Wohlfühlen, Geld verdienen, keine Sorge um die Zukunft, Spaß, Zeit für Hobbys, Weiterkommen“, das erhoffen sich die Zuhörer.

  • Daniela Haushälter besuchte nach der Realschule das WG und widmete sich danach ihrem Berufswunsch Fotografin. Sie betonte, das dies ein Handwerksberuf mit viel Technik und Physik sei. Der Beruf habe sich aufgrund des Wandels zur digitalen Bildbearbeitung stark verändert. Sie veranschaulichte die Vielfalt dieses Berufs mit Bildern aus den Bereichen Produktfotografie, Bewegung, Sport und Emotion, Künstlerporträts und Werbung. Die Aufgaben einer Produktmanagerin bestünden darin, Produkte zu planen, an den augenblicklichen Markt anzupassen oder auch zurückzufahren. Als Vorteile ihrer Selbstständigkeit nannte sie Flexibilität aufgrund verschiedener Kunden und Aufgabenbereiche. Man sei kreativ, könne Ideen präsentieren und gewinne neue Kunden. Der Beruf eigne sich von daher auch für Quereinsteiger.
  • Mike Lampert stellte den Beruf des Kaufmanns der Touristik vor. Als Voraussetzungen für das Erlernen dieses Berufes nannte er einen guten Realschulabschluss, wobei auch immer mehr Abiturienten in diese Richtung gehen. Nötig seien Offenheit im Kontakt mit Menschen, ein Gespür für die Bedürfnisse der Kunden, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sowie der Wunsch, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Nach drei Jahren Ausbildung bieten sich Möglichkeiten wie ein Studium der Betriebswirtschaft, interne Weiterbildungen, Spezialisierung, wie Kreuzfahren oder Bildungsreisen, an oder der Schritt in die Selbstständigkeit. Wie abwechslungsreich dieser Beruf ist, wurde durch Fotos von Reisen deutlich. Jedoch wies Mike Lampert auch auf Nachteile wie lange Arbeitszeiten und geringen Verdienst hin.
  • Schreinermeister Tobias Held wurde von seiner Mitarbeiterin Tamara Hogg begleitet. Er umschrieb seinen Beruf mit: „Kreativ, ehrgeizig, geschickt.“ Er zählte die Betätigungsfelder auf: Planung komplexer Prozesse, Kundenkontakt, Beratung, Arbeit mit Hightech-Maschinen, Montage sowie Service und Reparatur. Die Ausbildung beinhaltet viel praktische Arbeit und endet mit einer Prüfung sowie einem Gesellenstück. Held beeindruckte mit Fotos von Aufträgen aus London und Zürich. Tamara Hogg widerlegte in ihrem Plädoyer für diesen Beruf das Vorurteil, Schreinerei sei nur etwas für Männer. Es gehe um Liebe zum Detail, um viel Handarbeit, um das Herausfinden von Kundenbedürfnissen, das seien alles Dinge, die Schreinerinnen begeistern.