Das 91. Neujahrskonzert der StadtmusikStühlingen in der voll besetzten Stadthalle bot zwei ganz besondere Momente, wie der Vorsitzende Julian Mäntele bereits zu Beginn verkündete. Seit 70 Jahren macht Konrad Würth Musik in der StadtmusikStühlingen, dafür erhielt er die Verdienst-Medaille in Gold vom internationalen Musikbund CISM.

Das zweite Glanzlicht: Dirigent Tim Barth komponierte und dirigierte die Uraufführung von „Traumtänzer – Visionen einer Nacht“. Nach einer ruhigen Einleitung, dem Einschlafen, mit einem stillen Moment zwischen zwei Herzschlägen, erlebt der Träumende seinen ersten Traum. Darin geht es recht flott zu, die Trompeten beherrschen das Geschehen, die übrigen Register begleiten.

Tim Barth und das Orchester nehmen den Applaus in der voll besetzten Stadthalle Stühlingen entgegen.
Tim Barth und das Orchester nehmen den Applaus in der voll besetzten Stadthalle Stühlingen entgegen. | Bild: Yvonne Würth

Mit einem Ritardando und einem Aushalteton wechselt das Traumbild hinüber in eine ruhigere Phase mit einer Melodie, die bevorzugt alle tiefen Instrumente durchläuft und sich dann einprägsam mit Ohrwurmpotenzial auf alle Instrumente ausdehnt. Bis sich der Träumer nach einem gemeinsamen Ton plötzlich in einem Dschungel befindet.

Hier hat das Schlagwerk die Oberhand, die Melodielinie wandert durch das hohe Holz und das tiefe Blech und befindet sich dann zwischen den Posaunen und den Trompeten. Die Intensität steigert sich, alle Instrumente beteiligen sich, bis ein Fortepiano ankündigt, dass sich der Träumende bereits im nächsten Traum befindet.

Konzentration herrschte bei allen Registern.
Konzentration herrschte bei allen Registern. | Bild: Yvonne Würth

Im schnellen Satz zeigen Saxophone und Klarinetten Bewegung an, die Trompeten übernehmen die Melodieführung, bis sich alles beschleunigt und lauter wird. Nach einem Herzschlag wacht der Träumer auf und gähnt herzhaft. Mit Jubel und begeistertem Applaus begrüßte das Publikum diese Uraufführung.

Zwei weitere Glanzlichter bot die StadtmusikStühlingen. Die Filmmusik zu „Kung Fu Panda“ versetzte das Publikum zwölf Minuten lang in den Fernen Osten. Mit den „Israeli Folk Songs“ von Eva Fodor erlebten die Besucher ebenfalls eine andere Welt. Die Musiker summten in fremden Klängen beim Lobpreis am Shabbatmahl und gaben komplizierte Klatsch-, Stampf- und Jubeleinsätze sowie den jüdischen Trinkspruch „LeChaim“ zum Besten.

Die Notenfuxer durften das erste Mal das Neujahrskonzert der Stadtmusik Stühlingen eröffnen. Dirigent Fabian Korhummel hatte mit seinen Jungmusikern Hits der Bands Walk The Moon und Abba eingeübt.
Die Notenfuxer durften das erste Mal das Neujahrskonzert der Stadtmusik Stühlingen eröffnen. Dirigent Fabian Korhummel hatte mit seinen Jungmusikern Hits der Bands Walk The Moon und Abba eingeübt. | Bild: Yvonne Würth

Die Notenfuxer hatten mit Fabian Korhummel zum ersten Mal das Neujahrskonzert eröffnet. Das gewohnte „Prosit Neujahr“ von den Stadtmusikern wurde dennoch nicht vergessen. Die sympathische Mundart-Ansagerin Gudrun Schirmer sprach die einführenden Worte zum Gruß. Arnfried Winterhalder wurde aus den Reihen der Passivmitglieder gezogen, ihm wird ein „Ständerle“ gespielt. Spontan lud er die Stadtmusiker zu seiner bereits geplanten Feier am 27. Juli ins Schloss Hohenlupfen ein. Die beiden flüssigen Trostpreise erhielten Johannes Bächle und Anneliese Litschmann. Hedi Christoph spendete die Noten für „Sound Of Silence“, die aufgelöste Trachtengruppe spendete diejenigen für das Broadway-Musical „A Chorus Line“.