Mit der Einladung zum Helferfest schlug die Stadtverwaltung zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum Helferfest bei Schloss Hohenlupfen waren alle eingeladen, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren und alle, die dazu beitrugen, dass das Kinderferienprogramm so vielfältig und abwechslungsreich war wie noch nie. So kam es, dass Katrin Benz und Hauptamtsleiter Andreas Mosmann von der Stadtverwaltung zahlreiche Einladungen verschicken konnten. Diese stießen auf gute Resonanz. Auch einige Flüchtlingsfamilien beteiligten sich. Treffpunkt war im Schlosshof, wo dank des guten Wetters alles unter freiem Himmel stattfinden konnte.

Für die Bewirtung sorgten Martin Schüele und Tobias Heigl. Bürgermeisterin Isolde Schäfer bedankte sich bei allen Beteiligten. „Andreas Mosmann (Hauptamtsleiter) macht das ganz toll“, stellte sie fest, denn bei Mosmann liefen alle Fäden der Flüchtlingsbetreuung zusammen. Dieser informierte, dass inzwischen der Helferkreis von ursprünglich 40 auf 20 Personen geschrumpft ist, weitere Helfer seien deshalb willkommen. Der Grund: Im Rahmen der Anschlussunterbringung müsse Stühlingen immer mehr Flüchtlinge aufnehmen Vor allem auf Teamleiter sei die Stadt angewiesen. Am dringendsten werden Personen gebraucht, die den Flüchtlingen die deutsche Sprache näherbringen, das A und O aller Integrationsbemühungen. Woher sollen Flüchtlinge wissen, was Notunterkunft, Gemeinschafts- und Ausweichunterkunft, Anschlussunterbringung, anerkannter Flüchtling, Duldung, Integration, Aufenthaltsstatus, Sprachkurs BAMF und so weiter heißt. Dass in Stühlingen die Flüchtlingsbetreuung so reibungslos läuft, schreibt die Verwaltung zudem dem Umstand zu, dass es fast alles Familien sind.

Schäfer bedankte sich auch bei der Schlossherrin Cecile Stamm, die für diesen Anlass nicht nur den Schlosshof zur Verfügung stellte, sondern sich mit ihrer Familie auch aktiv in das Kinderferieprogramm einklinkt. Andreas Mosmann rekapitulierte kurz den Verlauf der Flüchtlingsbetreuung. Nachdem 2015 insgesamt 131 Flüchtlinge zugewiesen wurden, weigerten sich diese, ihr provisorisches Quartier in der Stadthalle zu beziehen. Ihnen waren Wohnungen versprochen worden. Der Ärger legte sich aber schnell, als die Flüchtlinge merkten, dass sie willkommen waren und gut betreut wurden.

Inzwischen konnten alle Familien in Eberfingen, Stühlingen und Weizen Wohnungen beziehen, sind mit dem Nötigsten versorgt und Ansprechpartner aus dem Helferkreis stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. „Ohne die tatkräftige Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen hätte die Stadt diese Herausforderung nicht bewältigen können“, so Andreas Mosmann. Speziell gedankt wurde Uli Joos, der eine Website eingerichtet und deren Aktualisierung übernommen hat. "Für diese öffentliche Präsentation wurden wir von anderen Helferkreisen beneidet", viele seien dem Stühlinger Beispiel inzwischen gefolgt, so Mosmann.

Auch das Kinderferienprogramm lief reibungslos. 250 Kinder klinkten sich in 46 Ferienaktionen ein, so viele Angebote wie Ferientage, die an Vielfalt nichts zu wünschen übrig ließen. Das Ferienprogramm wurde von Katrin Benz betreut, die inzwischen auf Erfahrungen aufbauen kann. Auch bei ihr bedankte sich die Rathauschefin. Das Kinderferienprogramm verursacht viel logistische und administrative Arbeit. Weil wieder alles so gut lief, hofft Schäfer, dass auch im kommenden Jahr wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt werden kann.

Die Flüchtlinge

Derzeit werden 53 Flüchtlinge aus Syrien, Somalia, Gambia, Liberia, Sri Lanka, Kamerun, China, Korea und dem Irak in zehn Unterkünften betreut und durch die Mitglieder des Helferkreises an die hiesige Kultur und die hiesigen Werte herangeführt.