Die Geschichte einmal von deren Ende aus betrachtet: Gut gelaunt standen die Gäste in kleinen und größeren Gruppen zusammen, bei nicht wenigen von ihnen war die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn zu erkennen. Andere wiederum saßen am Tisch und unterhielten sich angeregt. Und alle hatten ein Strahlen im Gesicht. Derweil räumten die Musiker ihre Instrumente zusammen, ebenfalls mit der ein oder anderen Schweißperle ausgestattet, ebenfalls unterhaltend, ebenfalls strahlend.

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Es lag ein Abend hinter den Musikern und den Gästen, den sie in gewisser Weise gemeinsam zu einem besonderen Erlebnis machten. Oder anders ausgedrückt: Sie alle hatten großen Spaß. Es war gleich eine doppelte Premiere, die in Ewattingen aufgeführt worden war. Zum einen war die Musikband Forest Blues zum ersten Mal in der 800-Seelen-Gemeinde, zum anderen gab es ein solches Konzert im großen Saal des Gasthauses „Burg“ in der jüngeren Geschichte noch nie.

Tanzfläche füllt sich ab erstem Akkord

Schon ab dem ersten Akkord füllte sich die Tanzfläche, „und dabei ist das eigentlich nur unser Instrumental-Intro“, staunte Saxophonist Uli Eith. Beim coolen „Why Did You Do It“ der britischen Bluesrock-Band Stretch nickten sich die Besucher wissend zu: „Genau diese Musik will ich hören.“ Es war schnell zu erkennen, dass sich hier „Gleichgesinnte“ versammelt hatten, obwohl das Publikum durchaus heterogen zusammengesetzt war, auch was das Alter anbelangt. Das Gros gehörte unzweifelhaft zu den „Best Agers“, doch die Spannweite reichte von Teenagern bis zu Junggebliebenen im zarten Alter von 80 Lenzen.

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Die Musiker von Forest Blues wurden ihrem Ruf gerecht, virtuose Könner an ihren Instrumenten zu sein. Allen voran Sänger und Gitarrist Rolf Langenbach, dessen stimmliches Repertoire locker „Kiss“ von Prince, aber auch ZZTop oder Joe Cocker einfängt. Großartig auch Uli Eith am Saxophon, dessen temperamentvolles Spiel viele Songs prägt. Matthias Schuler am Bass und Willy Renner am Schlagzeug wiederum treiben den groovigen Sound voran. Es ging Schlag auf Schlag, mit jeder Nummer wurde die Stimmung noch besser.

Klassiker mit eigener Note präsentiert

Als das Quartett mit „The Thrill Is Gone“ von BB King und „Flip Flop and Fly“ von den Blues Brothers die Pause einläutete, war gar ein Hauch von Enttäuschung zu spüren, warum es denn nicht weitergehe. Doch die Geduld der Musik-Enthusiasten wurde nicht lange auf die Probe gestellt, denn schon bald ging es weiter. Klassiker wie „Superstition“ von Stevie Wonder, „Ain‘t Nobody“ von Funk Unit, Eric Claptons „I Shot The Sheriff“ oder „I Feel Good“ von James Brown wurden perfekt und mit eigener Note präsentiert.

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Und dann gab es noch einen ganz besonderen Auftritt zu bestaunen. Mit einem Mal saß Julia Müller auf der kleinen Bühne und spielte auf der Gitarre Bob Dylans „Knockin‘ On Heaven‘s Door“. Die junge Gitarristin ist eine Schülerin von Bandleader Rolf Langenbach und freute sich riesig über die Möglichkeit eines Auftritts, für den sie großen Applaus bekam und nicht ohne eine Zugabe abtreten durfte.

Julia Müller durfte als Gitarrenschülerin von Rolf Langenbach ebenfalls auftreten und erhielt viel Applaus.
Julia Müller durfte als Gitarrenschülerin von Rolf Langenbach ebenfalls auftreten und erhielt viel Applaus. | Bild: Stefan Kech

Dann übernahmen wieder die vier Musiker das Zepter, die früher in den in der kompletten Region bekannten Bands wie Bluesquamperfekt, Abakus oder Egon und Co. musizierten. Und auch sie durften nicht ohne Zugaben in die Nacht entschwinden. Vier Stücke gab es davon zu hören, darunter das umjubelte „Come Together“ von den Beatles und Louis Armstrongs „What a Wonderful World“.

Am Ende waren alle begeistert

Es wird wohl nicht bei diesen Premieren bleiben. Dass sie eine Wiederholung wollen, am besten möglichst bald, daran ließen alle Beteiligten keinen Zweifel. Weder die Musikband, noch die Musikfans, für die Birgit Knöpfle stellvertretend forderte, eine Veranstaltung wie diese doch gleich „einmal im Monat“ zu organisieren. Und auch die Gastgeber selbst freuten sich: „Es kann gerne wieder einen solchen Abend geben“, meinte Burgwirtin Claudia Schmidt. Und Musiker Uli Eith sagte: „So ein tolles Publikum, es hat riesig Spaß gemacht.“