Die richterlich geforderte Änderung beim Holzverkauf wird von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Wutachtal umgesetzt. In der FBG sind Privatwaldbesitzer aus Stühlingen, Eggingen und Wutöschingen zusammengefasst. Dies war der Grund, weshalb sich auch die Bürgermeister Georg Eble (Wutöschingen) und Karlheinz Gantert (Eggingen) an der jüngsten FBG-Versammlung beteiligten. Gregor Scheuble, der seit 30 Jahren mit der Geschäftsführung beauftragt war, stellte sein Amt zur Verfügung, ebenso seine Stellvertreterin Altbürgermeisterin Isolde Schäfer (Stühlingen). Zu Nachfolgern wurden Bürgermeister Joachim Burger (Stühlingen) und als Stellvertreter Volker Kramer (Mauchen) gewählt.

Die Versammlung leitete Norbert Schwarz, Geschäftsführer der neu gebildeten Waldgenossenschaft Südschwarzwald. Diese nahm ihre Tätigkeit am 1. Januar auf. Norbert Schwarz stellte die Waldgenossenschaft als Dienstleister ohne Gewinnabsicht vor. Für den Verkauf der aus dem Kreis Waldshut anfallenden Holzernten ist Stefan Rehm zuständig, der über entsprechende Erfahrung verfüge. „Transparenz ist uns wichtig,“ sagte Norbert Schwarz. Auch deshalb sei die Einrichtung einer Internetseite geplant.

Seit der Umstrukturierung sei die Zahl der Mitglieder gestiegen. Kreisweit gebe es 18 000 Privatwaldbesitzer. Als Einzelmitglied können diese der Genossenschaft nicht beitreten. Mitglieder seien 27 Kommunen und zwölf Forstbetriebsgemeinschaften. "Wir sind auf gute Zusammenarbeit angewiesen", sagte Norbert Schwarz. Die Genossenschaft sei ständig bemüht, neue Kunden, also Holzaufkäufer, zu aquirieren. Die Holzmengen würden gebündelt, um möglichst faire Preise zu erzielen. Bezogen auf die Lage am Holzmarkt riet Norbert Schwarz dazu, derzeit kein frisches Holz einzuschlagen.

Kreisweit seien 100 000 Festmeter Sturmholz angefallen. Wegen der Stürme in Norddeutschland sei viel Holz auf dem Markt. Mit 95 Euro pro Festmeter sei der Preis derzeit gut. Der Papiermarkt, der die schwächeren Hölzer aufnehme, sei leegefegt. Edle Hölzer würden auf einer speziellen Angebotsplattform in Radolfzell versteigert. Priorität habe derzeit die Vermarkung des Sturmholzes. 75 Prozent der Mitglieder können bisher zertifiziertes Holz anbieten. Mit Kontrollen sei jederzeit zu rechnen, so Schwarz. So darf beispielsweise für die Motorsägen nur Bio-Öl verwendet werden. Bei den Holzerntern sei Sicherheitsausrüstung ein Muss.

Der Forst

2017 wurden 13 459 Festmeter Holz eingeschlagen. Die Holzernte bestand zu 42,5 Prozent aus Stammholz, 28 Prozent Stammabschnitten, zwölf Prozent Papierholz, zwölf Prozent Brennholz, jeweils drei Prozent Industrie- und Hackschnitzelholz. 70 Prozent wurden bei planmäßiger Nutzung geerntet, 30 Prozent waren Käfer- und Sturmholz. Die Hölzer gingen außer an deutsche Aufkäufer auch an Firmen in Österreich und der Schweiz.