Allen Wünschen gerecht zu werden, ist nie leicht – manchmal sogar unmöglich. Das wurde in der fast 45-minütigen Debatte um die Einführung einer Halteverbotszone in der Stühlinger Hauptstraße deutlich. Hauptamtsleiter Andreas Mosmann erläuterte die notwendigen Voraussetzungen und wies auf rechtliche Fallstricke hin. Patrick Leingruber bekam Gelegenheit, die Argumente des Handels- und Gewerbevereins (HGV) vorzutragen. Zu einer Lösung des Gordischen Knotens kam es indes nicht. Der Gemeinderat stimmte schließlich dem von Bürgermeister Joachim Burger vorgeschlagenen Weg zu: Zunächst soll ein Parkraumkonzept erarbeitet, dann über den Antrag des HGV entschieden werden. Die im Haushalt eingestellten 3000 Euro liegen weiter auf Eis.

„Wir wollen eine bedarfsgerechte Nutzung der Parkplätze. Derzeit sind Kundenparkplätze teilweise dauerhaft belegt“, sagt Patrick Leingruber vom HGV Stühlingen.
„Wir wollen eine bedarfsgerechte Nutzung der Parkplätze. Derzeit sind Kundenparkplätze teilweise dauerhaft belegt“, sagt Patrick Leingruber vom HGV Stühlingen. | Bild: Gerald Edinger

Immer wieder klagen Geschäftsinhaber, dass die Parkplätze entlang der Hauptstraße von Dauerparkern belegt werden. Mitarbeiter von Firmen belegen die Stellplätze demnach während der Geschäftszeiten, Schluchtensteig-Wanderer ließen ihr Fahrzeug sogar eine Woche lang auf den Parkflächen in der Unterstadt stehen. Leingruber verdeutlichte daher die Notwendigkeit einer beschränkten Parkdauer in der Hauptstraße. „Wir wollen eine bedarfsgerechte Nutzung. Derzeit sind Kundenparkplätze teilweise dauerhaft belegt.“ Er führte auch die künftig geplanten und entstehenden Miet- und Eigentumswohnungen ins Feld. Der Bedarf an Parkplätzen würde damit weiter steigen. „Die Probleme werden drastischer, als sie sich im Moment darstellen. Wir müssen eine Lösung angehen, bevor es dramatischer wird“, mahnte Leingruber.

Das könnte Sie auch interessieren

Andreas Mosmann erläuterte, dass 16 Parkplätze in Privatbesitz seien: „Eine Befragung ergab, dass neun Hausbesitzer ihre Parkplätze selbst nutzen wollen.“ Er hatte sich in verschiedenen Städten der Region umgesehen, um sich ein Bild zu machen. Gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt Waldshut wurde bei einer Verkehrsschau die Situation in Stühlingen erörtert.

Das könnte Sie auch interessieren

Favorisiert wurde danach das Donaueschinger Modell, das die Parkzone am Anfang und Ende mit Schildern kennzeichnet. „In Stühlingen wären neun Schilder notwendig“, erläuterte Mosmann. Mit einer Parkscheibe sollen die Autofahrer drei Stunden ihren Parkplatz nutzen können. Dies müsse mit einem Vollzugsdienst kontrolliert werden. Eine Kooperation mit Bonndorf sei eine Möglichkeit, Kosten zu sparen.

Das könnte Sie auch interessieren

Rüdiger Mayer (CDU) war der Meinung, dass man sich erst Gedanken machen müsse, wo neue Parkplätze für Dauerparker angelegt werden, bevor man eine „Blaue Zone“ einführe. Bruno Jehle (FW) regte an, mit der katholischen Verrechnungsstelle zu verhandeln. Dort seien 40 Parkplätze möglich, dann würde sich die Beschränkung der Parkdauer in der Hauptstraße erübrigen. Wolfgang Löhle (FW) bezweifelt den „Parkplatznotstand“ und will zu 100 Prozent abgeklärt wissen, welche Rechte Hausbesitzer bei der Einführung der Halteverbotszone hätten. „Und was soll diese Maßnahme bewirken?“, fragte Löhle.

Gegen den Schilderwald

Marianne Würth (FW) will wie andere Ratskollegen „wegen des Schilderwalds“ keine „Blaue Zone“ haben. Für David Geng (FW) ist der Aufwand bei einer Umsetzung zu groß und deshalb nicht gerechtfertigt. Corinna Pieper sieht auf der anderen Seite die Stadt nicht in der Pflicht, Parkraum für Mitarbeiter von Firmen kostenlos zur Verfügung zu stellen.