1986 kam das erste Überraschungsei auf den Markt. Die Erfindung des Italieners William Salice ist also ein Kind der 1980er Jahre. Unter dem Motto „Die 80er“ lud der Musikverein Ewattingen zum traditionellen Frühlingskonzert in die Wutachhalle nach Ewattingen ein. Als Gastverein spielte der Musikverein Titisee-Jostal.

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Es stellt sich nun die Frage, was das Überraschungsei aus Italien und das Frühlingskonzert des MV Ewattingen gemeinsam haben. Nun, es gab zahlreiche Überraschungen an diesem Abend. In seiner Begrüßung berichtete der Vorsitzende des MV Ewattingen, Florian Keller, von den Schwierigkeiten, welche die Vorbereitung des Konzerts begleitet hatten. Vor drei Wochen erhielt der Verein die Nachricht, dass Dirigentin Tamara Winterhalter erkrankt sei. Nachdem man zuerst dachte, das Konzert absagen zu müssen, erklärte sich Jessica Metzler aus Ewattingen bereit, für Tamara Winterhalter einzuspringen. Jessica Metzler leitet den Musikverein Neudingen und spielt selbst im MV Döggingen sowie bei den Bachtalmusikanten. Damit hatte man in ihr eine erfahrene Dirigentin und Vertretung gefunden.

48 Musiker aus Titisee-Jostal

Die 48 Musiker des Musikvereins Titisee-Jostal waren gern nach Ewattingen gekommen. Heidi Kleiser und Benjamin Bruhn führten die Zuhörer humorvoll durchs Programm. Der Musikverein spielte zur Eröffnung die Ouvertüre aus Ludwig van Beethovens Oper „Egmont“. Die Einsätze der Musiker erfolgten präzise, der gewaltige Schlussakkord bildete das harmonische Ende eines furiosen Feuerwerks an Klängen.

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Es folgte die Suite „L‘Arlesienne Nr. 2“ von Georges Bizet. Ein Solo von Harfe mit Flöte verzauberte die Zuhörer. Im Programm ging es mit Melodien aus dem Film „Gullivers Reisen“ weiter. 1726 wurde der satirische Roman von Jonathan Swift, einem irischen Schriftsteller, erstmals veröffentlicht.

Der Musikverein Titisee-Jostal ist immer für besondere Auftritte gut.
Der Musikverein Titisee-Jostal ist immer für besondere Auftritte gut. | Bild: Gertrud Rittner

Ursprünglich war der Roman eine Kritik an zeitgenössischen Missständen, später wurde daraus ein Jugendbuch. Gulliver ist ein einfacher Schiffsjunge, der auf einer Überfahrt nach einem Schiffbruch auf einer Insel landet. Dort entdeckt er unter anderem das Land der Zwerge, Liliput, und das Land der Riesen. 2011 wurde der Klassiker das letzte Mal verfilmt. Aus diesem Film stammten die Melodien.

Reise in exotische Gefilde

In exotische Gefilde entführte auch der letzte Programmbeitrag. Mit Trommeln und Rasseln ging es in die Tropen und auf die Straßen brasilianischer Metropolen. Das Publikum wurde vom Dirigenten dazu aufgefordert, den Rhythmus aufzunehmen und zu klatschen. Dadurch gestaltete sich der Vortrag noch lebendiger. Die Zuhörer waren begeistert. Auf den großen Zuspruch hin spielte der Musikverein drei Zugaben. Mit viel Beifall und Begeisterung verabschiedete das Publikum die Musiker und ihren Dirigenten.

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Die Ansage für den Musikverein Ewattingen machte Annika Burger. Mit „Arsenal“ begannen die Musiker ihren Vortrag. Der Konzertmarsch von Jan van der Roost kam anspruchsvoll und elegant daher. Es war dem Orchester und der Dirigentin nicht anzumerken, dass sie nur sechs Proben zur Vorbereitung hatten. Weiter ging es im Programm mit einer Bearbeitung für Blasorchester von Auszügen aus dem Musical „Tanz der Vampire“. Die „Arabian Dances“ kamen schwungvoll und geheimnisvoll daher. Lena Thoma spielte ein Solo an der Klarinette.

Große Freunde am Spielen

Weiter ging es mit „Eiger“. Das Stück wurde von einem Komponisten verfasst, dessen Vater bei einer Bergtour das Leben verlor. Zum Abschluss entführten die Musiker das Publikum in die 80er. Die 80er Kult(tour) wurde mit Schlagern wie „Skandal um Rosi“ eröffnet. Weiter ging es mit „Ohne dich schlaf‘ ich heute Nacht nicht ein“, „Sternenhimmel“ und „Rock Me Amadeus“. Das Publikum zeigte nach einem langen Abend mit viel Klassik keine Schwäche. Begeistert folgte es den Musikern in die wilden 80er. Den Spielern war anzumerken, dass ihnen die Tour durch eine Zeit, die manche von ihnen gar nicht selbst erlebt hatten, große Freude bereitete. Der Vortrag wirkte trotz Discorhythmen und Schlagermelodien nicht oberflächlich. Die Zuhörer spendeten ihnen nicht nur dafür ihren wohlverdienten Applaus. Nach zwei Zugaben wurde der Konzertabend beendet.

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