Die Zukunft der ärztlichen Versorgung wird gerade für Gemeinden im ländlichen Raum ungewisser. „Es ist schwierig, Ärzte dafür zu gewinnen, dass sie eine Hausarztpraxis auf dem Land übernehmen“, so Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner. Der CDU-Abgeordnete sucht regelmäßig das Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten, um sich über Lösungsansätze auszutauschen. So beim Besuch bei Peter Haarmann und Stefanie Kau, die gemeinsam eine Hausarztpraxis in Stühlingen führen.

Nach Jahren als Klinik-Ärzte gründeten sie 2008 die Hausarztpraxis beim Seniorenzentrum in Stühlingen. Der Praxis-Zulauf ist auch mit Patienten aus dem Umland groß. "Derzeit können wir keine neuen Patienten mehr aufnehmen, da keine freien Kapazitäten vorhanden sind", berichtet Peter Haarmann. Um Mediziner für eine Arbeit im ländlichen Raum zu gewinnen, könnte sich das Duo vorstellen, dass die Zugangskriterien für das Medizinstudium breiter gefasst werden. "Neben den Abiturnoten sollte darüber nachgedacht werden, auch soziale Aspekte wie gesellschaftliches Engagement einfließen zu lassen." Auch die Krankenkassen und die Ärztevereinigungen hätten Spielraum, um Anreize zu schaffen, junge Mediziner für den ländlichen Raum zu gewinnen.

Haarmann unterstrich, dass Hausbesuche auf dem Land mit einem hohen Zeitaufwand verbunden seien. Eine Änderung des Vergütungssystems um die Unterschiede zwischen Stadt und Land zu berücksichtigen, wäre ein weiterer Ansatzpunkt zur Verbesserung der Attraktivität der Arbeit eines Landarztes. „Wir brauchen eine Vielzahl an Änderungen, die dazu beitragen, den Beruf des Hausarztes im ländlichen Raum attraktiver zu machen“, so Felix Schreiner. Er habe schon länger befürwortet, die Möglichkeit zu prüfen, Medizinstudenten ein Stipendium anzubieten, wenn sie sich im Gegenzug verpflichten, eine gewisse Zeit im ländlichen Raum tätig zu sein. „Ich nehme viele Anregungen mit. Die ärztliche Versorgung wird eine wesentliche Aufgabe sein, an der wir in den kommenden Jahren arbeiten müssen“, so Schreiner.