Bereits im Juli hatten die Stühlinger Rechnungsamtsleiterin Kristin Schippmann und die Bonndorfer Juristin Antonia Dietsche ihre Bewerbungen abgegeben. Die Wahl findet am 24. September statt.

Joachim Burger ist gebürtiger Blumegger und wohnt mit Frau und zwei Töchtern seit 25 Jahren in der Nachbargemeinde Wutach. Dort sitzt der 53-Jährige im Gemeinderat und ist seit 2011 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. Mit Beginn der Legislaturperiode 2014 wurde er zum ersten Bürgermeisterstellvertreter gewählt. 2007 trat Joachim Burger in Wutach zur Bürgermeisterwahl an und verlor knapp. Der Diplom-Betriebswirt ist bei der Firma Fleischwaren Adler Bonndorf als Logistikleiter beschäftigt. 

Joachim Burger ist neuer Bürgermeister von Stühlingen.
Joachim Burger ist neuer Bürgermeister von Stühlingen. | Bild: privat

Als Gemeinderat habe er erfolgreiche Projekte mitgestalten und auf den Weg bringen können. „Ich möchte jetzt gerne einen weiteren Schritt in der kommunalen Verantwortung angehen“, so der 53-Jährige zu den Gründen für seine Kandidatur. Zudem habe es in den letzten Tagen auch positive Signale aus dem Stühlinger Umfeld gegeben. „Ich bin mir bewusst, dass ich als Mann aus der freien Wirtschaft nicht über eine klassische Verwaltungsausbildung verfüge. Ich bin mir aber sicher, dass sich mit dem vorhandenen engagierten Team der Verwaltung vorhandene Lücken zeitnah schließen lassen“, so Burger.

Heidrun Glaser (51) ist parteilos, stammt aus der Pfalz und kam 2005 in den Klettgau. Die fünffache Mutter hat Ausbildungen als Bauzeichnerin sowie als Gesundheits- und Mentaltrainerin abgeschlossen und ist seit 2012 als freie Journalistin tätig. Neben ihrem Engagement für den Klettgauer Schulförderverein und in der evangelischen Kirchengemeinde hat sie den Klettgauer Bürger-Förderverein IDee gegründet, um der Nachbarschaftshilfe neue Impulse zu geben. 2016 hatte sie bei der Bürgermeisterwahl in Klettgau kandidiert, die schließlich Ozan Topcuogullari, der Lebensgefährte der Stühlinger Rechnungsamtsleiterin und jetzigen Bürgermeisterwahl-Kandidatin, Kristin Schippmann, im zweiten Wahlgang im vergangenen November klar gewonnen hat. 

Heidrun Glaser kam auf 9,98 Prozent.
Heidrun Glaser kam auf 9,98 Prozent. | Bild: Bettina Ebi

"Meine Motivation ist, im Falle meiner Wahl die demokratische Balance zwischen den gewählten Ortsvorstehern und den Mitgliedern des Gemeinderates zu festigen und eine Vision des gemeinsamen Weges in Bezug auf die Entwicklung der Gemeinde, in verschieden Bereichen aufzuzeigen", erklärte Glaser gestern gegenüber unserer Zeitung. Außerdem sei sie von Stühlinger Bürgern zu einer Kandidatur ermuntert worden.

Wahlausschuss gibt grünes Licht

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist gestern Abend um 18 Uhr stellte der Wahlausschuss unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Isolde Schäfer öffentlich die Rechtmäßigkeit aller drei Bewerbungen fest. Nach drei Amtsperioden tritt Amtsinhaberin Isolde Schäfer bei der Bürgermeisterwahl am 24. September nicht mehr an. 

Kristin Schippmann (27) aus Stühlingen.
Kristin Schippmann (27) aus Stühlingen.

Stühlingen mit seinen zehn Ortsteilen stellt besondere Anforderungen an das Amt des Bürgermeisters. Stühlingen ist die Gemeinde mit der größten Fläche im Landkreis Waldshut. Jeder Ortsteil hat eine eigene Ortsverwaltung mit Ortsvorsteher. Der Zusammenschluss zur Stadt Stühlingen erfolgte in den Jahren 1972/73. Die Zusammenlegung der einst selbstständigen Orte ging damals unter heftigen Protesten über die Bühne, die bis heute nachwirken. Das Ortsteil-Denken ist jedenfalls nicht überwunden: Die Abschaffung der „Unechten Teilortswahl“ wurde vor wenigen Monaten abgelehnt. Damals stellte Bürgermeisterin Schäfer klar: „Solange ich amtiere, kommt mir dieses Thema nicht mehr auf den Tisch!“ 

Antonia Dietsche erhielt 16,3 Prozent der Stimmen.
Antonia Dietsche erhielt 16,3 Prozent der Stimmen. | Bild: Foto Leofa GMBH

Nun werden die Karten neu gemischt. Wer auch immer die Wahl gewinnen wird, auf die neue Frau oder den neuen Mann an der Rathaus-Spitze kommen große Aufgaben zu, etwa die Altstadt-Sanierung und der Ausbau der Breitbandversorgung.

Stühlingen:

Stühlingen hat aktuell um die 5200 Einwohner. Gemarkungsfläche: 9321 ha, Stadtwald: 1949 ha. Es gibt drei eigenständige Haushalte; Gesamthaushalt, Wasserhaushalt und ZIS-Zukunftsfähige Infrastruktur. Angelaufen ist die Umsetzung der Breitbandversorgung. Die Ortsteile sind saniert. Mittelfristig steht die Sanierung der Altstadt im Kernort auf dem Plan.