Stühlingen – Mit nur noch zwei Kandidaten geht die Stühlinger Bürgermeisterwahl in die finale zweite Runde. Wer von den beiden Bewerbern am Sonntag, 15. Oktober, die einfache Stimmenmehrheit erhält, ist gewählt. Spannung lag in der Luft im Schulzentrum, wo sich am Sonntagabend Hunderte Stühlinger versammelt hatten, lange bevor Noch- Amtsinhaberin Isolde Schäfer das Ergebnis der Bürgermeisterwahl bekannt gab.

Nichts wurde es somit mit dem traditionellen Gratulationsständchen. Unverrichteter Dinge mussten das Ensemble mit Blasmusikern aus fast allen Ortsteilen sowie die Stühlinger Sänger den Heimweg antreten. In vielen Grüppchen mit auffallend vielen Jungwählern wurde diskutiert und orakelt. Um 20.15 Uhr konnte Bürgermeisterin Schäfer schließlich das Ergebnis verkünden. Als Favorit geht Joachim Burger (1500 Stimmen) in die zweite Runde, gefolgt von Kristin Schippmann (782 Stimmen). Antonia Dietsche und Heidrun Glaser treten nicht mehr an. „Nach diesem großen Stimmenabstand zwischen Burger und Schippmann, der ja kaum einzuholen ist, hätte man von mir aus auf einen zweiten Wahlgang verzichten können“, meinte Heinz Bühler, Rentner aus Stühlingen. „Ich werden den Wahlkampf aktiv weiterführen“, betonte Kristin Schippmann. Und Joachim Burger lässt Gleiches verlauten.

Auffallend viele Jungwähler mischten sich unter das Volk, ebenso ein positives Signal wie die Wahlbeteiligung von nahezu 76 Prozent. In Lausheim und Wangen gingen sogar 77 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne; im Kernort waren es nur 54,7 Prozent. 520 Wähler machten Briefwahl. 37 Stimmen waren ungültig.

Fairer Wahlkampf

Das große Interesse der Stühlinger Bürger zeichnete sich schon bei der Kandidatenvorstellung am 13. September ab. Damals war die Halle bereits vollbesetzt. Der Wahlkampf an sich war fair und von gegenseitigem Respekt geprägt. Und längst nicht alle Stühlinger hatten damit gerechnet, dass vier ernst zu nehmende Kandidaten antreten würden.

Geht am 15. Oktober Joachim Burger als Gewinner hervor, hätte der kleinste Stühlinger Ortsteil mit seinen rund 200 Einwohnern den Bürgermeister hervorgebracht. Joachim Burger wohnt mit seiner Familie zwar in Wutach-Münchingen, der 53-Jährige ist aber im Stühlinger Ortsteil Blumegg aufgewachsen. Kristin Schippmann stammt aus Thüringen und wäre im Fall des Wahlsiegs mit 27 Jahren die jüngste Rathaus-Chefin im Land.

Gespanntes Warten auf das Wahlergebnis. Im Hintergrund Kandidatin Kristin Schippmann, vorne rechts Joachim Burger. Bild: Edelgard Bernauer
Gespanntes Warten auf das Wahlergebnis. Im Hintergrund Kandidatin Kristin Schippmann, vorne rechts Joachim Burger. Bild: Edelgard Bernauer

Höhen und Tiefen

  • Joachim Burger erreichte mit 73 Prozent in seinem Geburtsort Blumegg den höchsten Stimmenanteil; seine niedrigste Quote lag im Kernort Stühlingen bei 41,3 Prozent.
  • Kristin Schippmann hatte ihr bestes Ergebnis in Eberfingen mit 34 Prozent und ihr schlechtestes in Lausheim mit 12,2 Prozent.
  • Antonia Dietsche kam in Wangen auf ihre höchste Quote mit 30,3 Prozent, in Eberfingen erreichte sie nur 5,74 Prozent.
  • Heidrun Glaser schnitt mit 17,1 Prozent in Weizen am besten ab; ihr schlechtestes Ergebnis verbuchte sie in Blumegg mit 4,9 Prozent.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.