In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat weitere fünf Millionen Euro für den Ausbau des Breitbandnetzes freigegeben. Jeweils einstimmig wurden die Tiefbauarbeiten für zwei Lose im Gesamtvolumen von rund fünf Millionen Euro an die Firma Kabel und Tiefbau GmbH aus Kehl-Goldscheuer vergeben.

Arbeiten dauern rund ein Jahr

Wie der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Zukunftsfähige Infrastruktur Stühlingen (ZIS), Claudius Bauknecht, im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilte, sollen die Arbeiten im Februar 2020 beginnen, „falls das Wetter dann Tiefbauarbeiten zulässt“. Sie werden etwa ein Jahr dauern.

Bauamtsleiter Frank Gatti informierte in der Ratssitzung, dass dies die letzten ausgeschriebenen Tiefbauarbeiten für den Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde sind. Die laufenden Grabarbeiten mit Verlegung der Leerrohre seien, bis auf den Abschnitt untere Alp, abgeschlossen.

Die bisher mit Unternehmen bereits abgerechnete Leistungen für den Breitbandausbau belaufen sich laut Rechnungsamt Stühlingen auf rund 5,4 Millionen Euro. „Vom Land Baden-Württemberg wurden die Maßnahmen, je nach Schwierigkeit der Bauarbeiten, mit 40 bis 75 Prozent der Kosten bezuschusst“, führte ZIS-Leiter Bauknecht aus.

Förderung mit „komplizierter Geschichte“

Für den Aufbau der Netz-Infrastruktur mussten vom Eigenbetrieb der Stadt 20 verschiedene Förderanträge gestellt werden. „Allein die beiden zuletzt vergebenen Maßnahmen betreffen sechs verschiedene Förderabschnitte oder Teilabschnitte; wobei die Maßnahmen jeweils unterschiedlich bewertet werden“, erläutert Bauknecht die „sehr komplizierte Geschichte“ der Förderanträge.

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Ein Jahr ging allein für das Stellen der Förderanträge ins Land, sagt Bauknecht. Er sieht das Breitband-Projekt nicht nur im Zeit- sondern auch im Kostenrahmen. Bis 2022 seien alle förderfähigen Maßnahmen nach den Vorgaben des zuständigen Landesministeriums abgeschlossen.

Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer

Kompliziert wird es im kommenden Jahr, wenn in der Kernstadt Stühlingen die Tiefbauarbeiten beginnen. „Stadtweg und Schlossstraße haben die Form einer Bratpfanne, sind also sehr eng. Der Verkehr muss abschnittsweise mit einer Ampel geregelt werden“, sagt Claudius Bauknecht. In diesem Bereich fahren auch Schul- und Linienbusse, auch deshalb rechnet er mit massiven Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer.

Momentan liegen in 400 Haushalten Glasfaserkabel im Keller, erklärt Bauknecht, 251 Eigentümer haben einen Vertrag, 151 seien schon online. Bisher scheinen alle Teilnehmer zufrieden – sowohl private als auch gewerbliche Kunden. Als nächste Maßnahme wird im Ortsteil Wangen ab dem 25. November Glasfaser eingeblasen. Nach Informationen der ausführenden Saphir Group (Hauptsitz in Basel), wendet sich der Bauleiter vor Ort etwa eine Woche vorher an die Hausbesitzer in Wangen, um Montage-Termine abzustimmen.