Das vierte Konzert des Jahres in der Reihe "Musik im Kloster" wurde vor gewohnt zahlreichem und begeistertem Publikum dargeboten. Das Ensemble Bernau Barock, alles hauptamtliche Musiker aus der Region, führte geistliche und konzertante Musik des europäischen Barock in der Klosterkirche in Stühlingen auf. Die Besetzung: Albrecht Barth (Blockflöten), Antje Niedecken (Violine), Ursula Wäschle-Weiger (Cembalo), Mika Tamura (Cello) sowie Bariton-Sänger Berthold Weiger.

Bruder Jürgen Meyer erläuterte sowohl die musikalischen Besonderheiten als auch die historischen Zusammenhänge des Konzertprogramms prägnant und leicht verständlich.
Bruder Jürgen Meyer erläuterte sowohl die musikalischen Besonderheiten als auch die historischen Zusammenhänge des Konzertprogramms prägnant und leicht verständlich. | Bild: Yvonne Würth

Zwei Kantaten wurden als Eckpunkte in das Programm gesetzt, mit dem je nach Bedarf lieblichen, betörenden oder leidenden Bariton-Sänger Berthold Weiger. Im Psalm 130, bekannt aus der Passionsmusik, sang er "Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu dir, erhöre meine Stimme". "Bereits Martin Luther hatte diesen Psalm instrumentiert", erläuterte Bruder Jürgen Meyer das Lied und sorgte für Zusammenhänge.

Eindrucksvolle Bassklänge

Eindrucksvolle Bassklänge ertönten sowohl vom Sänger Berthold Weiger als auch vom Flötisten Albrecht Barth im ersten und letzten Satz. Im Kontrast dazu erschien der dritte Satz mit punktierten und fast heiteren Tönen: "Meine Hände ringen sich und die Augen weinen". "Das Cello wird immer eigenständiger, immer obligater im Verlauf des Konzerts", hatte sich Bruder Jürgen Meyer auf den vierten Satz mit Solo-Cello und dezenter Cembalo-Begleitung gefreut.

Der komplette Stimmumfang der Blockflöte

Die Kantate "Mein Herz ist bereit" von Dietrich Buxtehude stand als Namengeber Pate für den Konzertabend. Eingebettet vom schwebenden Dreier-Rhythmus mit virtuosen Flötenläufen kam der mittlere Satz "Denn deine Güte ist so weit, der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen", getragen und bedeutungsvoll besonders zur Geltung. Der virtuose Flötist Albrecht Barth führte den kompletten Stimmumfang der Blockflöte sowohl mit seinen barocken Altblockflöten als auch mit seiner Sopran-, Tenor- und Bassflöte vor.

Etwas für Liebhaber der Instrumentalmusik

Mit der Programmauswahl kamen auch die Liebhaber der Instrumentalmusik voll auf ihre Kosten. Georg Philipp Telemanns "Pariser Quartett Nr. 4 in g-Moll" erschien wie dem Ensemble Bernau Barock auf den Leib geschrieben. Eingerahmt wurde der Konzertabend von der "Chaconne in g-Moll" vom Jean-Marie Leclair und Antonio Vivaldis "Konzert in F-Dur" mit besonderer Herausforderung an Flöte und Cello sowie steigender Intensität aller Ausführenden. Nach der Zugabe applaudierte das Publikum begeistert.