Bilder, die zu den Betrachtern sprechen, sind momentan beim Schwarzwaldverein in der Schür am Stadtgraben in Stühlingen zu sehen. Die neue Ausstellung, die unter dem Titel „Von Pfingst- und anderen Rosen mit Kunstausstellung Hilmar Friedrich“ vorbereitet wurde, bot schon bei der Vernissage einige Überraschungen. Nicht nur, dass der Künstler Hilmar Friedrich den weiten Weg von Neumünster nach Stühlingen in Kauf genommen hatte, um bei dieser Vernissage anwesend zu sein. Zudem machte er der Stadt, in der er geboren wurde und in der er einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte, ein Geschenk.

Der Künstler freut sich über die Atmosphäre in der Schür

Freudige Überraschung zeigte auch der Künstler beim Betreten des „heimeligen und wunderschönen Kleinodes des Schwarzwaldvereins und auch der Stadt Stühlingen, der Schür“, wie er es selbst bezeichnete. Zur Aufforderung der Vorsitzenden Jutta Binner-Schwarz, in Neumünster doch auch einen Schwarzwaldverein zu gründen, konnte er jedoch nicht zusagen. Hier führte er seinen runden Geburtstag im Oktober an, worauf Binner-Schwarz diese Ausstellung auch zum frühen Geburtstagsgeschenk widmete.

Person des Künstlers steht im Vordergrund

Was bei dieser Vernissage im Vordergrund stand, war die Frage: „Wer ist Hilmar Friedrich?“ Diese Frage beantwortete Jutta Binner-Schwarz in einer ausführlichen Laudatio, die nicht nur die Person Hilmar Friedrich und seinen Lebenslauf, sondern auch die künstlerische Schaffenskraft und Ausdrucksweise besonders zur Geltung brachte.

Werk über den Bauernkrieg

Sie war vor Jahren schon auf den Namen des Künstlers gestoßen, bei der Betrachtung eines seiner Werke im Gasthaus "Rebstock", einer Radierung, die den Ausbruch des Bauernkrieges aus den Augen des Künstlers zeigt. Auf dieser Radierung tanzt Clementia von Lupfen-Monfort, umgeben von den viel zitierten Schneckenhäuschen mit ihren Mägden auf dem Rücken eines geschundenen Bauern. Dies brachte für sie den Anstoß, sich mit diesem Künstler zu befassen und durch die Ausstellung in der Schür im Jahr 2010 „Viel Köpf, viel Sinn“ konnte sie auch den Kontakt zu dem Künstler herstellen.

Erinnerungen an die Kindheit

Dieser kam gerne in seine ehemalige Heimat. Auch der Künstler selbst ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zu den zahlreich anwesenden Gästen zu sprechen und diese lauschten wiederum mit hoher Konzentration den ergänzenden Worten. Wie er in Eberfingen, Stühlingen und Schwaningen aufgewachsen ist, das waren Erinnerungen, an denen viele der Anwesenden selbst noch Anteil hatten.

Mit feurig, fetzigen Liedern, teils in Englisch, teils in israelischer Sprache oder auch Spanisch brachten die fünf Musikerinnen von „Etwas geht immer“ aus Lenzkirch eine passende Note zur Vernissage mit in die Schür.
Mit feurig, fetzigen Liedern, teils in Englisch, teils in israelischer Sprache oder auch Spanisch brachten die fünf Musikerinnen von „Etwas geht immer“ aus Lenzkirch eine passende Note zur Vernissage mit in die Schür. | Bild: Lucia van Kreuningen

Aber es gab noch mehr Geschenke als nur schöne Erinnerungen und Informationen. Der Künstler schenkte der Stadt die von Gerhard Schwarz für die Ausstellung liebevoll zusammengestellten Bilder als Erinnerung. Doch es blieb bei dieser Vernissage nicht nur bei Reden und Geschenken. Die fünfköpfige Frauengruppe „Etwas geht immer“ aus Lenzkirch sorgte mit feurigen und fetzigen Liedern zwischen den Reden für musikalische Auflockerung, ehe die Ausstellung für die Betrachter freigegeben wurde. Der Künstler war gerne bereit, den Besuchern zwischen seinen Werken Erklärungen zu seinen Ansichten zu geben.