Herr Burger, wie viele Stunden hatten Sie vor Ihrem gestrigen Amtsantritt schon im Stühlinger Rathaus verbracht?

Ich hatte Gelegenheit, mich mit Frau Isolde Schäfer bei unterschiedlichen Anlässen über wichtige Themen auszutauschen und zu sprechen. Ergänzt wurde dies durch Telefonate und E-Mails. In Absprache mit Frau Schäfer konnte ich bereits im Vorfeld einige Repräsentations-Termine gemeinsam oder alleine wahrnehmen und den Kontakt zu den Organisationen und Vereinen, aber auch einzelnen Bürgerinnen und Bürgern suchen und finden. Ein weiterer intensiver Austausch hat am 30.11.2017, dem letzten offiziellen Arbeitstag von Frau Isolde Schäfer, stattgefunden. In einem sehr persönlichen Gespräch in einer sehr freundlichen Atmosphäre fand die Übergabe der Amtsgeschäfte statt.

Sie kommen als Mann aus der freien Wirtschaft an die Rathausspitze einer Stadt mit zehn Ortsteilen. Welches ist für Sie die größte Umstellung?

Diese Frage kommt am ersten Tag im neuen Amt noch zu früh. Es gilt nun, die anfallenden Termine außerhalb der Verwaltung zu koordinieren. Den Blick möchte ich in den ersten Tagen und Wochen auf die Themen- und Fragestellungen in der Verwaltung, der Stadt und den Ortsteilen richten. Die richtige Balance zu finden, wird die Herausforderung sein.

Kommunalverwaltung ist ein komplexes und schwieriges Feld. Haben sie schon Fortbildungen gebucht, um für die neue Materie gewappnet zu sein?

Fortbildungen sind derzeit weder gebucht noch geplant. Ich werde in den ersten Amtstagen auf das große Wissen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und hier vor allem der Amtsleiter – zurückgreifen und mir dort Informationen einholen. Viele meiner Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen haben mir ihre Unterstützung zugesagt. Davon werde ich gerne viel in Anspruch nehmen.

Freuen sich auf ihren neuen „Chef“: Die Stühlinger Rathaus- und Bauhof-Belegschaft. Dieses Foto ziert die Willkommenskarte für Joachim Burger.
Freuen sich auf ihren neuen „Chef“: Die Stühlinger Rathaus- und Bauhof-Belegschaft. Dieses Foto ziert die Willkommenskarte für Joachim Burger. | Bild: Privat

Wie war der Ablauf an Ihrem ersten Arbeitstag?

Als ich morgens im Rathaus angekommen bin, wurde ich mit einem sehr netten Begrüßungsplakat und Blumen willkommen geheißen. Sofort war eine große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zu verspüren, um mir den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Dafür allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielen Dank. Gemeinsam mit dem Sekretariat haben wir die Wochenendtermine geplant und die Termine der nächsten Woche abgesprochen.

Sie gehören der CDU an, haben es im Stühlinger Stadtrat aber auch mit den Freien Wählern als größter Fraktion zu tun. Wie waren die ersten Kontakte?

Viele Stadträte der beiden Fraktionen kenne ich aus meiner Tätigkeit als Gemeinderat in Wutach oder aus früheren Begegnungen. Uns allen liegt an einer guten, sachlichen und konstruktiven Zusammenarbeit zum Wohle von Stadt und Ortsteilen. Gemeinsam werden wir auf dem guten Miteinander, welches bereits besteht, aufbauen.

Welches wird der erste Schwerpunkt sein, auf den Sie sich in den nächsten Wochen stürzen werden?

Zunächst plane ich, zeitnah mit dem Gemeinderat und den Ortsvorstehern eine Klausur zu machen. Dort werden wir Themen, die für die Zukunft von Stühlingen wichtig sind oder sein könnten, erörtern. Die großen Projekte ZIS (Zukunftsfähige Infrastruktur Stühlingen) und die Ehrenbachhalle Weizen, aber auch die geplante Sanierung des Gemeindesaals im Stadtteil Ober-und Unterwangen werden sicherlich einen Schwerpunkt bilden. Hier warten unsere Bürgerinnen und Bürger auf Inbetriebnahme, Fertigstellung oder Zuschussbescheide.

Fragen: Rafael Herrmann

 

Zur Person

Joachim Burger (53) stammt aus Blumegg und lebt mit Ehefrau und zwei Kindern in Wutach. Im zweiten Wahlgang wurde er mit 64 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Stühlingen gewählt. Der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt ist Mitglied der CDU.