Sehr gut besucht war die Vernissage des Kunstvereins Stühlingen mit dem gebürtigen Stühlinger Martin Oppe und Edyta Nadolska-Scheib aus Küssaberg-Rheinheim. Den musikalischen Rahmen bildete das Klang-Projekt, bestehend aus Christian Haid am Klavier und Uwe Pieper am Schlagzeug.

Den gelungenen musikalischen Rahmen bildete das Stühlinger Klang-Projekt mit Uwe Pieper (Schlagzeug, links) und Christian Haid (Klavier, rechts).
Den gelungenen musikalischen Rahmen bildete das Stühlinger Klang-Projekt mit Uwe Pieper (Schlagzeug, links) und Christian Haid (Klavier, rechts). | Bild: Yvonne Würth

Der Vorsitzende des Kunstverein, Hans Russenberger, moderierte das bereichernde, lebendige Künstlergespräch. Während Martin Oppe mit seinen Bildern im äußeren Ring des Obergeschosses der Schür im Stadtgraben im klassischen Bereich seine erste Einzelausstellung startete, wagte sich Edyta Nadolska-Scheib an eine gewagtere Raum-im-Raum-Variante.

Die Raum-im-Raum-Installation von Edyta Nadolska-Scheib lädt zum Mitmachen und Gestalten ein.
Die Raum-im-Raum-Installation von Edyta Nadolska-Scheib lädt zum Mitmachen und Gestalten ein. | Bild: Yvonne Würth

Auf kleinstem Raum flossen bei ihr sowohl Kindheitserinnerungen als auch ihre aktuelle Auseinandersetzung mit ihren Vorbildern Albert Camus, Anselm Kiefer, Joseph Beuys und John Berger ein. Zusätzlich verändert sich ihr Teil der Ausstellung mit dem aktiv agierenden Besucher, den sie als Teil der Ausstellung sieht: „Ihr seid bereits ein Teil des Kunstwerks, ihr gestaltet mit.“

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Die Herangehensweise an die Ausstellung des Stühlinger Kunstvereins, mit dem er regelmäßig das Städtlefest-Wochenende bereichert, ist bei beiden Künstlern verschieden.

Zum Künstlergespräch äußerten sich die Kunsttherapeutin Edyta Nadolska-Scheib (von links) und Maler Martin Oppe zu den Fragen des Vorsitzenden des Kunstvereins Stühlingen, Hans Russenberger. Im Hintergrund sind die beiden Musiker von Klang-Projekt zu sehen, Christian Haid (Klavier) und Uwe Pieper (Schlagzeug).
Zum Künstlergespräch äußerten sich die Kunsttherapeutin Edyta Nadolska-Scheib (von links) und Maler Martin Oppe zu den Fragen des Vorsitzenden des Kunstvereins Stühlingen, Hans Russenberger. Im Hintergrund sind die beiden Musiker von Klang-Projekt zu sehen, Christian Haid (Klavier) und Uwe Pieper (Schlagzeug). | Bild: Yvonne Würth

Der 56-jährige Martin Oppe startete nach seiner Schulzeit und befasste sich nach ersten Malversuchen intellektuell strukturiert mit dem Malen.

Edyta Nadolska-Scheib (Jahrgang 1971) hatte sich hingegen während des für sie langweiligen Unterrichts die Zeit damit vertrieben, „unter dem Tischpult die Lehrer in ihren hässlichsten Facetten“ zu zeichnen. „Ich nehme mir die Freiheit, Grenzen auszutesten, auch den Mut zu haben, Dinge zu präsentieren, selbst zu sein, die Schuhe auszuziehen.“

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Zum Zitat des Philosophen Albert Camus „Am Anfang steht Erfahrung“, erklärte sie abschließend: „Die Summe der Erfahrungen ist der Inhalt der Kunst.“ Martin Oppe hält sich an seine Vorbilder Paul Cézanne mit der Widersprüchlichkeit und Doppeldeutigkeit sowie Vincent van Gogh: „Da ist eine starke suggestive Kraft, das geht über das Verstandesmäßige hinaus.“