Das Land Baden-Württemberg hat grünes Licht für Vor-Ort-Termine durch Mobile Corona-Impfteams gegeben. Am Montag, 8. März, ab 9.45 Uhr werden 650 Senioren über 80 Jahre aus Stühlingen, Bonndorf, Wutach, Eggingen, Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf in der barrierefreien Bonndorfer Stadthalle gegen Covid-19 geimpft. Dies teilten Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger, Ühlingen-Birkendorfs Hauptamtsleiterin Heike Hartmann und Alexandra Ruf vom Bonndorfer Ordnungsamt mit. „Wir können vor Ort impfen, das ist ein ganz großes Plus“, freut sich Ruf.

Vor-Ort-Impfaktionen stellten lediglich eine Ergänzung der Zentralen Impfzentren und Kreisimpfzentren (KIZ) dar und seien keine dauerhafte Einrichtung, heißt es im Leitfaden des Landes Baden-Württemberg für die Kommunen. Die erste dezentrale Impfung im Landkreis Waldshut hatte der ärztliche Leiter des KIZ in Waldshut-Tiengen, Olaf Boettcher, in Rickenbach für 100 Senioren über 80 Jahre vorgenommen. Dies war ein Modellversuch, der in Häusern seine Fortsetzung fand.

Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger, Ühlingen-Birkendorfs Hauptamtsleiterin Heike Hartmann (Mitte) sowie die Leiterin des Bonndorfer Ordnungsamts, Alexandra Ruf, erläuterten den Weg und das Prozedere zur Vor-Ort-Impfung gegen Covid-19 am Montag in der Bonndorfer Stadthalle.
Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger, Ühlingen-Birkendorfs Hauptamtsleiterin Heike Hartmann (Mitte) sowie die Leiterin des Bonndorfer Ordnungsamts, Alexandra Ruf, erläuterten den Weg und das Prozedere zur Vor-Ort-Impfung gegen Covid-19 am Montag in der Bonndorfer Stadthalle. | Bild: Gerald Edinger

Nun kommen sechs weitere Kommunen im Landkreis in den Genuss, ein dezentrales Impfangebot machen zu können. „Am Dienstag haben wir aus Stuttgart dafür grünes Licht bekommen“, informiert Stühlingens Bürgermeister Joachim Burger. Diese Aktion sei allerdings nicht Teil des Kreis-Modellversuchs, vielmehr wurde der Termin von der Landesregierung mitgeteilt. Die Rathauschefs legten schon zuvor Regionen fest, in denen Kreisgemeinden für dezentrale Impfungen gebündelt werden. Per Losverfahren wurde entschieden, welche Region als erste von diesem Angebot profitieren kann, sagt Burger: „Wir waren uns über das Verfahren einig, und es ging alles gerecht zu.“

Nachdem das Serum von Biontec/Pfizer verdünnt ist, wird es in die speziellen Spritzen aufgezogen, erlaubt sind derzeit sechs Dosen.
Nachdem das Serum von Biontec/Pfizer verdünnt ist, wird es in die speziellen Spritzen aufgezogen, erlaubt sind derzeit sechs Dosen. | Bild: Gerald Edinger

Die Vorbereitungen in den sechs Rathäusern waren umfangreich, wie Heike Hartmann erläutert. Listen mit den über 80-Jährigen wurden angelegt, Unterlagen vorbereitet, Telefonnummern herausgesucht und Hunderte Senioren angerufen. Sie erhalten dann die genaue Uhrzeit für ihre Impfung. Am Montag werden die Betagten auf dem Parkplatz der Stadthalle Bonndorf von Rathausmitarbeitern ihrer Gemeinde erwartet und in die Halle begleitet.

Alle Termine vergeben

Nach der Fibermessung geht es zum Anmelde- und Dokumentationsbereich, anschließend wird ein Informationsfilm gezeigt, bevor es in eine der sechs Impfboxen weitergeht, wo fünf Teams des Freiburger Impfzentrums auf die Senioren warten. Nach dem Piks in den Arm geht es in einen Warteraum, der nach 15 bis 30 Minuten verlassen werden kann, wenn nach der Impfung keine Nebenwirkungen des Serums auftreten. „Alle Termine sind vergeben, ein Anruf lohnt sich also nicht“, sagt Joachim Burger. Zudem gebe es eine Warteliste, weil nicht alle Senioren über 80 in den sechs Gemeinden in den Genuss eines Termins gekommen seien.

Ungläubiges Staunen

Alexandra Ruf berichtet von ungläubig staunenden Senioren, als Rathausmitarbeiter bei ihnen anriefen und einen Termin für die Impfung nannten. „Manche hatten schon viele vergebliche Versuche hinter sich, einen Impftermin zu bekommen, andere vermuteten den Enkeltrick“, berichtet sie. Joachim Burger erzählt, dass darauf geachtet wurde, dass Ehepaare zeitgleich einen Termin erhalten, falls beide über 80 sind. Die Impfbereitschaft war recht unterschiedlich, erklärten die drei Gemeindevertreter. „Einige hatten kein Interesse, andere waren dankbar“, fasst Heike Hartmann die Reaktionen zusammen. „Für mache Menschen war es unfassbar, dass kleine Kommunen das hinbekommen“, merkt Burger an.

Ablauf am Montag

Am kommenden Montag, 8. März, werden ab 9.45 Uhr Senioren über 80 Jahre aus Bonndorf, Wutach, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Eggingen und Stühlingen in der barrierefreien Bonndorfer Stadthalle gegen Covid-19 geimpft. Dafür stehen 650 Impfdosen bereit, die von fünf mobilen Teams des Impfzentrums Freiburg verabreicht werden. Die Terminvergabe erfolgte telefonisch und per Post.

Ein Medizinstudent zieht den Covid19-Impfoff von Biontec/Pfizer in eine Spritze auf.
Ein Medizinstudent zieht den Covid19-Impfoff von Biontec/Pfizer in eine Spritze auf. | Bild: Gerald Edinger

Mitzubringen sind der Impfpass (wenn vorhanden), Personalausweis oder Dokumente, aus dem sich die Impfberechtigung ergibt, Krankenkassenkarte sowie die zugesandten Unterlagen: Laufzettel, die ausgefüllte Anamnese-Einwilligung, Merkblatt sowie die Impfbescheinigungen (Erst- und Zweitimpfung). Die Fahrt zum Impftermin ist individuell zu organisieren. Die Senioren werden gebeten, Kleidung mit kurzen Ärmeln zu tragen, das erleichtere den Teams die Impfung.