Leuchtmittel ersetzen, Rasen mähen, tropfende Wasserhähne reparieren – als Hausmeister der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien ist Michael Iorillo der Mann für alle Fälle, die gute Seele des Hauses. Seine Aufgaben sind vielfältig, er muss sich um die Schulgebäude kümmern, viele Dinge reparieren, im Winter für freie und sichere Wege sorgen – und auch Corona-Schutzmaßnahmen umsetzen.

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„Der Beruf Hausmeister ist sehr vielfältig – man muss oft völlig unterschiedliche Tätigkeiten am selben Tag erledigen“, erklärt Michael Iorillo. Kaum ein Arbeitstag gleicht dem anderen, eines wiederholt sich aber immer täglich: Am Morgen um 6.30 Uhr schließt er die Schule auf und abends nach 16 Uhr wieder zu, oder spätabends, nachdem die Besucher der Elternabende aus dem Haus sind.

Ohne Schlüssel geht nichts

„Ohne Schlüssel geht bei mir in meinem Job gar nichts“, sagt der 51-Jährige aus Häusern fest. Auch das Mobiltelefon ist unverzichtbar. Er wird angerufen, wenn der Strom irgendwo ausgefallen ist, wenn Beamer oder ein Laptop für einen Vortrag gebraucht werden oder eine Toilette verstopft ist. „Zum Reparieren gibt‘s immer was“, erzählt er. Dazu gehöre auch der Austausch defekter Glühlampen genauso wie tropfende Wasserhähne, Wartungsarbeiten an Heizung und Lüftung, Schreinerarbeiten und das Erneuern von WC-Brillen. Iorillo hat eine lange Aufgabenliste.

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Zum Berufsethos eines Hausmeisters gehöre es, so viele Arbeiten wie möglich selbst zu erledigen. „Wenn was kaputt ist, sollte man eine Lösung finden und nicht gleich eine Firma rufen“, sagt Iorillo. Zudem kann er jederzeit auf die Hilfe des städtischen Bauhofs oder die von Klaus Schwarzenhölzer, dem Hausmeister der Stadtverwaltung, zurückgreifen.

Wie ist es mit den besonderen Auflagen zum Coronainfektionsschutz? Die Bereiche, in denen sich die einzelnen Klassen auf dem Schulhof aufhalten müssen, sperrt er ab, Abstandsmarkierungen klebt er auf den Boden, dazu kommen und kamen noch einige Dinge mehr. Der Mehraufwand mache ihm nichts aus, sagt der Hausmeister. Das sei für ihn kein Problem und eben eine Situation, mit der man jetzt umgehen müsse.

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Besonders wichtig sei derzeit zum Beispiel auch das ständige Kontrollieren der vielen Seifenspender und Handtuchpapierhalter in den Klassenzimmern und den Toiletten sowie der 15 Desinfektionsmittelspender im Haus – drei Liter werden täglich verbraucht.

Wenn Michael Iorillo auf dem Schulareal kreuz und quer unterwegs ist, kommen schon einmal 25.000 Schritte zusammen. Das wisse er von Schülern, die das während eines Arbeitstags gemessen hätten, erzählt er.

Ihn verbindet mehr mit dem Gebäude als seine Arbeit. „Von 1976 bis 1986 war ich selbst Schüler der Schule“, berichtet er munter. Vor zwei Jahren kehrte er als Hausmeister zurück. In den neuen Beruf zu wechseln, fiel dem ausgebildeten Schreinermeister nicht schwer. Er würde nichts an seiner Arbeit ändern wollen, außer, sagt er etwas verärgert, wenn die Schüler absichtlich etwas verstopfen und dort das Wasser überläuft.

Geht der Hausmeister über den Schulhof und entdeckt verstreute Glassplitter von zerbrochenen Flaschen auf dem Asphalt, weil sich externe Gruppen außerhalb der Schulzeit dort aufgehalten haben, macht ihn das wütend. Schnell könnte sich daran ein Kind verletzen, sagt er erregt. Viele der Schüler würden ihn einfach „Herr Hausmeister“ rufen, weil für sie der Namen Iorillo zu schwer auszusprechen sei, verrät er. Soeben bleibt sein Hausmeisterblick an einer Fußleiste hängen, an der etwas abgebrochen ist. Gedanklich setzt er die Reparatur auf die Liste.

Und wenn die Schüler in den Ferien sind, kann er dann die Füße hochlegen? Er halte auch während der langen Sommerferien die Stellung, berichtet er. Iorillo richtet dann die Klassenzimmer für das neue Schuljahr her, schweißt demolierte Stühle und stellt Schränke um. „In den Ferien kann man überall in der Schule arbeiten, ohne jemanden zu stören“, sagt der Hausmeister.

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