Herr Probst, auf die Frage aus dem Gemeinderat, wie es mit der Finanzierung der Projekte Feuerwehrgerätehaus, DRK-Zentrum und Spielplatz aussieht, konnten sie noch keine genaue Antwort geben, weil einige Fragen noch offen seien. Aus welchen Bestandteilen soll die Finanzierung aber bestehen?

Die Eckpunkte der jeweiligen Finanzierungen stehen. Allerdings möchten wir in Abstimmung mit den Projektpartnern zunächst die Verträge fixieren, bevor wir Details nennen können. Die Finanzierungen der Teilprojekte bestehen zum einen aus Fördermitteln des Landes für den Rettungsdienst sowie die Feuerwehren, weiteren Fachförderprogrammen und, wie wir hoffen, aus Mitteln des Ausgleichsstocks. Zum anderen bringt die Stadt selbst erhebliche Eigenanteile ein, wobei wir eine Größenordnung von 2,5 Millionen Euro anpeilen. Darüber hinaus müssen auch die Projektpartner eigene Finanzmittel einbringen. Das sind neben dem Kreisverband des Roten Kreuzes, der den Rettungsdienst trägt, vor allem die Unternehmen Schmidt‘s Märkte und Lidl. An diese beiden Unternehmen wird das Areal Am Kugelrain verkauft. Aus den vielen Anläufen der vergangenen Jahre wissen wir, dass die Realisierung nur auf Basis komplexer und kreativer Lösungsansätze gelingen kann. Als Stadt möchten wir gute Rahmenbedingungen schaffen, den Standort und die Lebensqualität stärken. Deshalb bringen wir große Energie in diesen Prozess ein.

Die Feuerwache ist Sache der Stadt, deshalb muss sie auch den Umbau des Kolleg-Sportplatzes bezahlen. Wer baut aber das DRK-Zentrum, in dem der Rettungsdienst und auch der Ortsverein unterkommen sollen?

Eigentümer der bestehenden DRK-Wache ist der Ortsverein des Roten Kreuzes. Der Kreisverband Freiburg ist dort Mieter und trägt den Rettungsdienst. Für beide Organisationen muss deshalb eine neue Wache gebaut werden, die funktional ist und den heute geltenden Standards entspricht. Durch den Umzug dürfen dem Ortsverein keine Nachteile entstehen und auch der Rettungsdienst soll nachhaltig und modern untergebracht werden. Wir beabsichtigen daher, dass die Stadt das neue DRK-Zentrum als Bauherrin errichtet. Der eine Teil des Gebäudes soll dann dem Ortsverein übergeben, der andere Teil an den Kreisverband verkauft werden. Neben den Fördermitteln des Innenministeriums und Eigenmitteln des Kreisverbands sind zur Finanzierung besonders Mittel der Schmidt‘s Märkte und von Lidl notwendig.

Einige Zuschüsse sind schon zugesagt worden, eine Zusage für eine Förderung aus dem Ausgleichstopf steht hingegen noch aus. Und wie der neue Spielplatz finanziert werden könnte, ist derzeit auch noch unklar. Was passiert, wenn die beantragten Zuschüsse nicht kommen? Steht dann doch die Sanierung des alten Feuerwehrgerätehauses am Kugelrain an?

Die Zuwendungsbescheide für die Fachförderungen für die Feuerwache liegen vor. Auch die Fördermittel für das DRK-Zentrum sind zugesagt. Weitere Fachförderungen sind vorbesprochen und in Aussicht. Bedeutend wird aber in der Tat auch der Ausgleichsstock sein. Sollten die Fördermittel nicht wie geplant fließen, so kann das Geflecht der Projekte wohl nicht finanziert werden. Dies würde unsere städtebaulichen Ziele erheblich gefährden und notwendige Entwicklungen stark bremsen. Mit Blick auf das Teilprojekt Feuerwache käme dann nur eine Sanierung und Erweiterung am jetzigen Standort in Frage. Alle Projektpartner und auch unsere Ansprechpartner im Landratsamt, Regierungspräsidium, den Ministerien und alle Abgeordneten haben aber die große Bedeutung der Projektkette für St. Blasien erkannt. Trotz der vielen Variablen, Risiken und Komplexitäten im Gesamtprojekt bin ich deshalb zuversichtlich, dass eine erfolgreiche Umsetzung möglich ist.

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Die Kaufpreise für das Feuerwehrgerätehaus und das DRK-Haus stehen noch nicht genau fest. Könnten die Projekte doch noch kippen, wenn der Verkauf nicht genug einbringt?

Bei allem Optimismus und Elan, mit dem Projekte angegangen werden müssen, halte ich einen Grundsatz für wichtig: So lange nicht die Tinte auf den Verträgen trocken ist und die Bagger rollen, muss immer auch mit einem Scheitern gerechnet werden. Die sehr konstruktiven und partnerschaftlichen Gespräche mit den handelnden Firmen zeigen aber, dass der gemeinsame Wille zur Umsetzung ausgesprochen groß ist. Die Projekte bauen nicht zuletzt auf einer langjährigen und sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit auf. Vor diesem Hintergrund sehen Stand heute alle Projektpartner eine finale Einigung über den Kaufvertrag sehr nahe.