Wer möchte nicht mit einem problemlosen Vierbeiner durch dick und dünn gehen? Die Grundvoraussetzung schafft eine gute Erziehung. Eine wichtige Ratgeberin dabei kann Hundetrainerin Sarah Brand sein, die seit 2019 in St. Blasien eine mobile Hundeschule betreibt. Noch trainiert sie, bis sie eine geeignete Unterkunft gefunden hat, bei ihren Kunden Zuhause oder aber draußen.

„Bleib“, ruft Sarah Brand ihrer elfjährigen Hundedame Samantha zu und entfernt sich von ihr. Erst als sie ihr „komm“ zuruft, spurtet der Vierbeiner begeistert auf die ausgebildete Hundetrainerin zu. Nach der abgeschlossenen Lehre zur Gesundheits- und Krankenpflegerin rückte dieser Berufswunsch immer stärker in den Vordergrund.

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„Auch wenn ich schon immer ein gutes Gespür für Hunde hatte“, sagt sie, „war es mir wichtig, meinen eigenen Hund noch besser verstehen zu können“. Sie schloss ihre Ausbildung im Jahr 2018 ab. Die Lerninhalte seien auf dem neusten Wissenstand, sagte die 28-Jährige. Erst mit der Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes des Landkreises Waldshut darf sie Hunde Dritter ausbilden und deren Besitzer im Hundetraining anleiten.

Schon früher half sie Hundebesitzern, die sie um Rat baten. Heute freue sie sich, dass sie ihre Leidenschaft für Hunde sowie die Freude an der Arbeit mit Menschen in einem Beruf verbinden kann. „Denn wer denkt, dass man in meinem Beruf nur mit Hunden arbeitet, liegt falsch. Es sind die Menschen, die man erreichen muss“, sagt Sarah Brand. Wichtig dabei ist es ihr, alle Facetten der Kommunikation und das Bewusstsein für die eigene Ausdrucksweise zu wecken und den Blick für die Signale der Hunde zu schärfen.

Ein Mensch-Hunde-Team lernt sie zunächst bei einem Erstgespräch kennen. „Hier stelle ich den Besitzern viele Fragen zu dem Zusammenleben mit dem Hund, schaue mir den Hund an und bewerte seine Körpersprache und sein Verhalten. So kann ich mir ein Bild der Ausgangssituation machen“, erläutert die junge Frau. Anschließend bespreche sie mit den Hundehaltern, wie sie das Training ansetzen werde und was der Vierbeiner ihr zeige. „Wenn Hundehalter mich kontaktieren, handelt es sich um ganz unterschiedliche Themen. Dementsprechend sieht mein Arbeitstag jedes Mal anders aus. Die Trainingswünsche beginnen bei Fragen zur Verbesserung der Grunderziehung, wie Leinenführigkeit oder Rückruftraining“, gibt sie Einblicke in ihre Arbeit.

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Manche Hundehalter würden nach einer neuen Beschäftigungsmöglichkeit für ihren Hund suchen und in manchen Fällen würde sie kontaktiert werden, weil es bereits zu einem Verhalten gekommen sei, das das Zusammenleben mit dem Tier problematisch mache. Sie ist sich sicher: „Unsere Hunde brauchen eine liebevolle und konsequente Führung und müssen lernen in unserem schnelllebigen Alltag zurechtzukommen. Dies kann oft zu Problemen führen.“

Training soll Hund und Halter Spaß machen

Einige Hunde hätten mit Angstverhalten zu kämpfen, andere hätten eine Aggression gegen Artgenossen entwickelt und wieder andere gingen jagen, sobald man vor die Haustür geht, schildert sie. „Mein Training setzt da an, wo sich der jeweilige Hund befindet. Das Training soll Hund und Halter Spaß machen und sieht bei jedem Team anders aus. Es ist mir sehr wichtig auch schon mit den Welpen zu starten.“ So könne man Problemverhalten vorbeugen, bevor es entsteht.

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„Die Besitzer lernen in meiner Hundeschule, ihren Hund zu verstehen und seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Das Ziel ist immer, die Kommunikation zwischen Hund und Halter zu verbessern und ein harmonisches Miteinander des Teams wiederherzustellen“, betont die Hundetrainerin. Immer wieder freue sie sich über die Fortschritte, die sie zusammen mit den Teams zusammen erziele. Manche „Probleme“ seien sehr schnell gelöst, andere bräuchten jedoch sehr viel Zeit.

Und wie sieht es mit dem Hundetraining in Zeiten von Covid-19 aus? Brand: „Aktuell führe ich nur Einzeltrainings durch.“ So könne sie im Training auf den notwendigen Abstand und alle Schutzmaßnahmen achten. Da sie auch viel mit den Mensch-Hunde-Teams im Freien arbeite, könne das Training weiterhin stattfinden.