Sie haben viel getrunken und sind dann auf eine dumme Idee gekommen: Drei junge Erwachsene sind im vergangenen Herbst in die Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien eingestiegen. Dafür mussten sie sich nun vor dem Amtsgericht in St. Blasien verantworten und die Konsequenz ihres Handels tragen.

Jugendlicher Blödsinn

Die drei Männer, zwei 19-Jährige und ein 23-Jähriger, hätten „ein wenig zu tief in die Flasche geschaut“, wie es Richterin Susanne Lämmlin-Daun, Direktorin am Amtsgericht, ausdrückte. Einig war sie sich außerdem mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft, dass es sich bei der Tat um jugendlichen Blödsinn gehandelt habe.

Eine dringende Mahnung

Dennoch, für die jungen Erwachsenen, die alle drei schon Erfahrungen mit der Polizei und dem Gericht gemacht haben, sollte das Verfahren auch ein dringende Mahnung sein. Beim ältesten Mitglied des Trios, bei dem Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kam, sei durchaus auch eine Freiheitsstrafe im Raum gestanden, sagte die Richterin.

Die Tat

Ende Oktober hatten sich die drei jungen Männer auf dem Schulhof der Fürstabt-Gerbert-Schule getroffen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Gegen 19.30 Uhr seien sie dann betrunken durch ein nicht geschlossenes Fenster in das Gebäude eingestiegen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. In der Schule hätten sie ein Schulmaskottchen, ein Klassenbuch, Sportbeutel, Süßigkeiten und einen kleinen Euro-Betrag mitgenommen. Das Klassenbuch wurde später zerrissen außerhalb des Gebäudes gefunden. Diebstahl und Hausfriedensbruch lauteten deshalb die beiden Vorwürfe.

Das Geständnis

Insgesamt räumten die Männer vor Gericht die Vorwürfe ein. Sie seien über eine Feuertreppe hinaufgestiegen und zufällig auf das nicht verschlossene Fenster der Schule gestoßen. Im Inneren zogen sie demnach durch Klassenzimmer und nahmen eben einige Gegenstände mit. Geld wollen sie aber keines gestohlen haben.

Ermahnung der Richterin

Es sei nicht entscheidend, wie viele Sportbeutel beispielsweise entwendet wurden, sagte die Richterin. Auch der Geldbetrag, wenn er überhaupt von einem der jungen Männer gestohlen wurde, falle nicht sehr ins Gewicht. Man steige überhaupt nicht in eine Schule ein, nehme Sachen mit und zerstöre sie.

Zeugin wird bedroht

Ernst zu nehmen sei auch gewesen, was sich danach auf dem Schulhof abspielte, sagte die Richterin. Dort waren die Angeklagten nämlich auf zwei Zeuginnen gestoßen, die auch die Polizei informiert hatten. Einer der Männer habe einer der Zeuginnen gedroht, deren Haus anzuzünden und ihr den Hals umzudrehen, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Da kann man schon Angst bekommen“, fügte er an.

Die Vorgeschichte

Alle Männer sind bereits in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Dabei ging es beispielsweise um Beleidigung, Diebstahl, Betäubungsmittel, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung oder Bedrohung. Es sei jugendlicher Blödsinn gewesen, waren sich Richterin und Staatsanwaltschaft einig. Die Mahnung war dennoch deutlich, angesichts der Eintragungen im Zentralregister den richtigen Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Bei den beiden 19-Jährigen sei die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, weshalb die Richterin Jugendstrafrecht anwendete. Die Strafen könnten aber schnell schmerzhaften werden, wenn es so weitergehe.

Die Strafen

Der eine 19-Jährige, der eine Zeugin bedroht hatte, muss eine Strafe in Höhe von 300 Euro zahlen und bis zum Jahresende drei Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen. Der andere Heranwachsende, der Schulden abzuzahlen hat, muss 30 Arbeitsstunden leisten. Der erwachsene Angeklagte muss in Raten 1500 Euro zahlen und zudem die Kosten des Verfahrens tragen. Die Geldbeträge sollen dem Förderverein der Fürstabt-Gerbert-Schule zugutekommen.