„Der ganze Schwarzberg ist ein Übergangsbereich“, erläuterte Bernd Seitz, Leiter des Naturschutzreferates, beim gemeinsamen Spaziergang mit den Gästen, Bürgermeister Adrian Probst, Ortsvorsteher Joachim Gfrörer, der Abgeordneten Sabine Hartmann-Müller und Gemeinderäten. Und dieser Übergang zwischen Wald und Offenland sei einer der artenreichsten Biotoptypen überhaupt, da dort nicht nur die Arten beider Bereiche vorkommen, sondern noch einmal ganz eigene, die genau diesen Übergang brauchen.

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Deutlich wurde dies, als Christoph Huber vom Biosphärengebiet Schwarzwald über zwei Kartierungen berichtete, die das Biosphärengebiet im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatten. Dabei wurden in dem Bereich mehrere Vogelarten gefunden, die bereits auf der Roten Liste stehen, etwa der Wiesenpieper. Diese Vögel brauchen, so Huber, niedrige Gehölzstrukturen zum Brüten, die sonst bei der Offenhaltung von Weiden häufig mit entfernt werden.

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Wie schwierig es ist, solche Flächen richtig zu bewirtschaften, berichteten Hansjörg Stoll vom Landschaftserhaltungsverband sowie die Brüder Benno und Klaus Kaiser, die auf den Flächen am Schwarzberg Ziegen, Rinder und Pferde weiden lassen. Mehr als 800 Pfähle und 10 Kilometer Litzendraht, so berichtete Benno Kaiser, habe er auf den Berg geschafft, zu Fuß, da in der Hanglage keine Fahrzeuge genutzt werden können.

Nun bleiben seine Ziegen innerhalb des Zauns, wenn aber der Wolf komme, müsse er eigentlich noch mehr Drähte in seine Elektrozäune ziehen, um einen guten Schutz zu gewährleisten. Ein Problem sei auch, dass der weitere Ziegenstall, den die Stadt eigentlich in Menzenschwand bauen wollte, nun wegen fehlender Haushaltseinnahmen erstmal auf Eis liege. So müsse er von den 120 Ziegen, die im Sommer zur Offenhaltung der Landschaft benötigt werden, im Herbst jedes Mal fast die Hälfte schlachten, da für sie im Winter kein Platz im Stall ist.

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Franz Untersteller bedauerte, dass er der Stadt bei den 50.000 Euro, die sie selbst für den ansonsten förderfähigen Stall aufbringen müsste, nicht unter die Arme greifen kann. Die Fördermittel kommen aus dem LEADER-Projekt, das selbst aus Landesmitteln finanziert wird, und eine Doppelfinanzierung durch das Land sei nicht möglich. Landrat Martin Kistler plädierte dafür, vor der Sommerpause Klarheit für die Kommunen zu schaffen, was bestimmte Hilfsgelder des Landes in der Coronakrise angehe. Sie müssten wissen, ob die Summen, die zum Ausgleich von Verlusten bei der Gewerbesteuer gezahlt werden, zurückgezahlt werden müssen oder nicht.

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