Das Radon Revital Bad in Menzenschwand ist eine wichtige Einrichtung der Stadt St. Blasien, die den Verantwortlichen in der Verwaltung und im Gemeinderat aber auch Sorgen bereitet. Jetzt will die Verwaltung das städtische Unternehmen genau unter die Lupe nehmen und neu aufstellen.

„Da haben wir die eine oder andere Herausforderung“, sagte Bürgermeister Adrian Probst im Gespräch mit dieser Zeitung. Dabei sei sein Blick nicht nur auf die aktuelle Situation gerichtet, in der kein regulärer Betrieb möglich ist. Es gehe um Grundsätzliches, sagte Probst, das jährliche Defizit „ist einfach zu hoch“. Die Liste von Problemen sei aber noch länger: Derzeit plage das Unternehmen auch „ein akutes personelles Problem“.

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In nichtöffentlicher Sitzung hat sich nun der Gemeinderat auf die nächsten Schritte verständigt: Das Unternehmen soll durchleuchtet und möglichst auf feste Füße gestellt werden. Entschieden habe der Gemeinderat, dass der Beirat erweitert und verändert werden soll. Er solle die Restrukturierung der Einrichtung begleiten. Außerdem wird die Stadt neue Wirtschaftsprüfer und Steuerberater engagieren.

Für einzelne Themenbereiche wolle man außerdem auch bei Bedarf externe Berater hinzuziehen und das Unternehmen „organisatorisch und personell neu aufbauen“. Probst nennt ein Beispiel: Die Betriebsleitung und die Geschäftsführer sollen in Zukunft enger miteinander verzahnt werden. Die Stadt will einen Restrukturierungsplan erarbeiten und diesen dann umsetzen.

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Die Höhe des Defizits beim Radon Revital Bad ist jedes Jahr Thema im Gemeinderat. Ganz ohne ein Minus werde es aber auch künftig nicht gehen, gab der Bürgermeister zu bedenken. Aber man müsse sich überlegen, was der Gemeinderat und die Stadtverwaltung für vertretbar halten.

In nächster Zeit werde nun ermittelt, welche Angebotsteile welche Bedeutung für das Unternehmen haben, welche sich gut entwickeln. Man müsse auch genau drauf schauen, was verzichtbar ist oder welches neue Angebot wichtig wäre, um die wirtschaftlichen Aussichten des Radonbades zu verbessern, erläutert der Bürgermeister.

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Wenn sich die Stadt jetzt Gedanken über das Bad und dessen Zukunft macht, dürfe es kein Tabu geben. Adrian Probst sagte dazu: „Die Bandbreite, die man denken muss, muss maximal groß sein.“ Auf Nachfrage präzisierte er: „Vom Verkauf bis ‚es bleibt alles wie bisher‘ ist alles möglich.“

Wenn die Überprüfung ergeben würde, dass der Wellnessbereich (Sauna) nicht rentabel ist, müsse man ihn eben schließen. Ober wenn genau diese Abteilung zu klein für einen wirtschaftlichen Betrieb sein sollte, könnte es sein, dass man dort investiert. „Vielleicht muss das Bad eine Leistung erbringen, die es heute noch nicht erbringt“, sagte Probst mit Blick auf die Zukunft.

Der Beirat des Radon Revital Bades soll sich bald treffen und überlegen, „wie er sich geschickt aufstellt“. Entscheiden müsse dann der Gemeinderat. Zu dem Gremium gehören heute außer dem Bürgermeister die Gemeinderäte Manfred Leber, Joachim Gfrörer, Christoph von Ascheraden und Diethard Rüger. Die Mitglieder werden stets zu Beginn der neuen Gemeinderatsperiode gewählt, die Größe des Gremiums sei aber flexibel.

Die Arbeit an der Erneuerung des städtischen Unternehmens werde umgehend beginnen, denn „da gibt es keine Zeit zu verlieren“, erklärte Bürgermeister Adrian Probst. Es sei eine große und sehr notwendige Aufgabe, denn „eine halbe Million Euro Defizit in jedem Jahr ist ein echter Klops“. Wolle man nicht mehr, dass die Stadt ein Defizit zu tragen hat, werde das Bad keine Zukunft haben. „Man muss also sehen, was politisch gewollt ist“, so Probst.

Trotz allem müsse man in die Betrachtung auch mit einbeziehen, welche positiven Effekte dem Defizit gegenüber stehen: Welchen Einfluss hat das Bad auf die Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe? Wie sieht es mit den Arbeitsplätzen im Ort und der Gastronomie aus? Die derzeitige jährliche Defizithöhe sei seiner Meinung nach aber auf keinen Fall tragbar, betonte der Bürgermeister.

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