Den allgemeinen Haushalt und die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe hat der Gemeinderat St. Blasien in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Seit vielen Jahren sei die Stadt erstmals wieder in der Situation, den Haushalt nicht ausgleichen zu können, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Wesentliche Projekte werden auf den Weg gebracht, in den folgenden Jahren werde die Kommune aber keinen Spielraum mehr für neue Vorhaben haben, sagte der Bürgermeister.

Griff in die Rücklagen

Eingeplant ist im Ergebnishaushalt ein Defizit in Höhe von rund 303.000 Euro, das aus den Rücklagen ausgeglichen wird. Die Steuersätze für die Grund- und Gewerbesteuer bleiben unverändert. Für den Abschluss des Breitbandausbaus ist eine Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro vorgesehen, für die Wasserversorgung sind es 800.000 Euro. Die Verschuldung der Stadt steigt auf rund 20,1 Millionen Euro, was pro Kopf fast 5000 Euro bedeute, verdeutlichte Rechnungsamtsleiter Michael Spitz.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskutiert hatte der Gemeinderat St. Blasien über den Haushalt in früheren Sitzungen, Bürgermeister Adrian Probst betonte aber erneut: „Wir müssen die hohen Belastungen, die uns erdrücken, lösen.“ Die Stadt St. Blasien habe zum Beispiel zu viele Gebäude in schlechtem Zustand und mit einer zu geringen Auslastung. Wo höhere Einnahmen erzielt werden können, müsse man das auch tun, so Probst. Im Skibetrieb sei das beispielsweise gelungen, seit die Hochschwarzwald-Card nicht mehr akzeptiert werde, betonte der Bürgermeister.

Neue Darlehen

Richtig sei aber, dass die Stadt so kräftig investiere, wie kaum in den vergangenen Jahren. Mit all den Projekten komme die Stadt nicht nur an die finanziellen, sondern auch an personelle Grenzen. Trotz der hohen Verschuldung sei es jedoch in Zeiten niedriger Zinsen wichtig, zu investieren. Zumal die Stadt wichtige Infrastrukturmaßnahmen umsetzen will – neben dem Breitbandausbau sind das zum Beispiel die Rettungswache und die Feuerwache. Auch der Bau einer Sport- und Mehrzweckhalle bei der Fürstabt-Gerbert-Schule soll geplant werden.

Radonbad und Hütte verkaufen?

Um die Situation der Stadt zu verbessern, dürfe man sich nichts schönrechnen, „konsequent und ehrlich“ müsse man vorgehen. Dazu gehöre die Möglichkeit, das Radonbad oder die Menzenschwander Hütte zu verkaufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Dem Haushalt und den Wirtschaftsplänen stimmte der Gemeinderat St. Blasien in seiner Sitzung dann schließlich einstimmig zu.