Das Zentrum Holzbau Schwarzwald soll die bei Unternehmen in der Region vorhandene Kompetenz bündeln sowie angehenden oder schon erfahrenen Fachleute Fachwissen im Bereich des Holzbaus vermitteln. Die Idee überzeugt, nur der Standort Mösleparkplatz, der zunächst in den Blick genommen worden war, führte zu viel Kritik eine Interessensgemeinschaft.

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Doch längst führe man einen konstruktiven Dialog, sagen die Beteiligten. Und ein anderer Standort scheint in den Vordergrund zu rücken. Die Argumente, die aus Sicht der Projektinitiatoren für den Mösleparkplatz im Menzenschwander Hinterdorf als Standort für einen Neubau sprechen, belegen aus Sicht der Interessensgemeinschaft Menzenschwand, dass am Rande des Dorfes kein neues Gebäude gebaut werden sollte, sagte Claudia Gotz. Sie nahm zusammen mit Joachim Lauer als IG-Vertreter, Stefan Kudermann (Vertreter der am Projekt beteiligten Unternehmen) und Bürgermeister Adrian Probst an einem Gespräch mit der Zeitung teil.

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Möglichst früh sollte auch die Öffentlichkeit eingebunden werden, nicht erst, wenn ein fertiger Plan vorliegt, sagte Projektkoordinator Kudermann. Um den ersten Förderantrag zu stellen, habe man als Standort den Mösleparkplatz genannt. Und bald nach der ersten Projektpräsentation sei man auch mit der IG Menzenschwand ins Gespräch gekommen. Deren Kritik: Man nutze eine Fläche außerhalb des Dorfes, ziehe dorthin zusätzlichen Verkehr und versperre den Blick auf die Schwarzwaldlandschaft. „Was uns aber ganz wichtig ist“, sagt Claudia Gotz von der IG, „wir haben von Anfang an das Zentrum Holzbau befürwortet.“ Es sei eine tolle Idee, die Menzenschwand die Chance zur Entwicklung biete und auch die örtliche Baukultur voranbringen könne. Das Projekt sollte aber im Ort umgesetzt werden, Menschen nach Menzenschwand hinein bringen, das Dorf beleben.

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So wurde die Interessengemeinschaft auch in die Standortsuche eingebunden, denn es sei klar gewesen, dass man Alternativen prüfen müsse, sagte Bürgermeister Probst. Vier Grundstücke und Gebäude wurden betrachtet, übriggeblieben sind das Kurhaus und der Mösleparkplatz. Wirtschaftlichkeitsberechnungen sollen nun bald zeigen, wo das Projekt umgesetzt werden kann – die IG favorisiert das Kurhaus, das so zur Belebung des Ortes beitragen könnte. Das Kurhaus oder das Areal bieten wie der Mösleparkplatz Vorteile. Da ja auch das geplante Innovationszentrum einen großen Veranstaltungsraum für Seminare und Tagungen benötige, könnte die Stadt beispielsweise den Saal mitbenutzen – alle Seiten würden gewinnen, sagt Probst.

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Klar ist, das Projekt müsse sich auf Dauern finanziell tragen, sagt Kudermann. Daher betrachte man im Vorfeld sehr genau alle möglichen Kosten, Einnahme- oder Einsparmöglichkeiten. Alle Möglichkeiten werden durchdacht, Sanierung des Kurhauses und Erweiterung ebenso wie der Abriss und der komplette Neubau. Derzeit erarbeiten Studenten der Uni Stuttgart grobe Konzepte für das Zentrum Holzbau. Die Standortentscheidung muss bis zum Frühjahr fallen, der endgültige Förderantrag im April bei der EU eingereicht sein. Danach folgen der Bauantrag und der Bau, der im Jahr 2025 oder 2026 abgeschlossen sein soll – die Förderung endet im Jahr 2027.

Getragen werden soll das Holzkompetenzzentrum Südschwarzwald von einer gemeinnützigen GmbH, die Anfang 2022 gegründet werden soll. Mitte des kommenden Jahres sollen möglichst auch schon erste Schulungen in anderen Räumen stattfinden, um schon Einnahmen zu erwirtschaften.