Halbzeit hat nun die Woche, in der eigentlich das Bildhauersymposium in St. Blasien hätte stattfinden sollen. Für die „Stadt.Kunst.Galerie“, die als Ersatz für das ausgefallene Symposium Kunst in den Schaufenstern der Stadt bietet, gilt das nicht unbedingt. Denn die Werke werden größtenteils auch noch länger zu sehen sein. Eine erste Zwischenbilanz kann die künstlerischen Leiterin, Christel Andrea Steier, trotzdem ziehen, und die fällt durchaus positiv aus.

„Ich werde häufig angesprochen, dass das eine gute Idee ist“, sagt Steier. Viele Einheimische und Gäste fänden es interessant, so viele unterschiedliche Kunstwerke zu sehen zu bekommen. Und die Zahl der Ausstellenden ist auch noch einmal gestiegen, wie Steier verrät. Insgesamt 42 sind es jetzt. Gerade am Mittwoch sind Werke einer weiteren Künstlerin eingetroffen, die sich im Datum geirrt hatte. Auch sie werden jetzt noch ausgestellt.

„Das ist fast so ein Prozess wie beim Symposium“, stellt Steier lachend fest, denn auch da entstehen die Kunstwerke ja erst nach und nach. Und noch etwas ist fast so wie beim Symposium: vor der Sparkasse arbeitet das Künstlerduo PiaLeto live an einem Kunstwerk, das abends leuchtet. Die beiden, so erzählt Steier, würden sehr stark frequentiert und quasi stellvertretend für die dieses Mal nicht anwesenden Symposiumskünstler ausgefragt. Und das nicht nur von Menschen, die zufällig als Touristen in der Stadt sind.

Einige Gäste kommen regelmäßig für die Symposiumswoche nach St. Blasien und sind auch in diesem Jahr hier. Nicht alle offensichtlich in dem Wissen, dass das Symposium abgesagt ist. Denn auch die Touristinfo muss derzeit viele Fragen beantworten und unter anderem erklären, warum das Treffen der Bildhauer nicht stattfinden konnte, obwohl es sich doch um eine Veranstaltung unter freiem Himmel handelt.

Ein Blick auf die Faltblätter, die in der Stadt ausliegen, gibt Aufschluss: neben dem Fokus auf Künstlerinnen und Künstler aus dem Landkreis liegt ein zweiter Schwerpunkt der Stadt.Kunst.Galerie. auf jenen, die sich eigentlich für das Jubiläumssymposium in diesem Jahr beworben hatten. Und die kommen unter anderem aus Italien, Großbritannien, Dänemark, Slovenien oder den Niederlanden.

Fabian Rucco aus Argentinien, der bereits mehrfach zu Gast war, hätte sogar wieder einen Anschlussauftrag in der Region in Aussicht gehabt. Aber da die Anreise in Zeiten von Corona riskant und teilweise sogar unmöglich gewesen wäre, haben die Organisatoren die Veranstaltung lieber auf das kommende Jahr verschoben. Außerdem, so erklärt Christel Steier, wolle man das 25. Symposium gerne auch ganz besonders feiern, und das wäre jetzt eben nicht möglich gewesen.

Die Hoffnung, dass das eine oder andere Kunstwerk verkauft werden kann und damit etwas Geld in die Kassen der zur Zeit arg gebeutelten Künstler bring, schient sich im übrigen zu bestätigen: erste Anfragen hat es laut Steier schon gegeben.