Die Zukunft des Sanagartens bleibt ungewiss. Wie Bürgermeister Adrian Probst in der jüngsten Ratssitzung bekannt gab, hat das Bundesamt für Denkmalschutz der Stadt mitgeteilt, dass der Sanagarten nicht als sogenanntes Denkmal von nationaler Bedeutung anerkannt wird. Hätte die Bundesbehörde dem Antrag der Stadt stattgegeben, wäre die Sanierung der Anlage mit 400.000 Euro gefördert worden. Das endgültige Aus für die Garten-Sanierung bedeutet die Ablehnung zwar nicht, die Chancen für den Erhalt der Anlage sind aber gesunken.

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„Wir waren davon ausgegangen, dass die Eigenschaft der nationalen Bedeutung und mit ihr die Förderwürdigkeit bestehen“, erklärt Bürgermeister Probst auf Nachfrage. Die Stadt strebe nun einen erneuten runden Tisch mit allen dem Sanierungsprojekt beteiligten Stellen an.

In diesem Rahmen soll dann erneut über Möglichkeiten zur Finanzierung des Projekts gesprochen werden. Die beteiligten Stellen, das sind die Stadt St. Blasien, der Förderverein Sanagarten, das Denkmalamt Baden-Württemberg und die Bundesstiftung für Kultur und Medien. Die Stiftung fördert nur denkmalschützerische Projekte, die von zuständigen Behörden als förderwürdig bewertet wurden.

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Der Finanzierungsplan des insgesamt zwei Millionen Euro teuren Sanierungsprojekts, den man dem Bundesamt für Denkmalschutz im Zusammenhang mit dem Förderantrag vorgelegt hatte, sieht Folgendes vor: 400.000 Euro sollten vom Bund kommen, weitere Mittel in ähnlicher Höhe von Stiftungen, 100.000 Euro wollte der Förderverein Sanagarten bringen und der Eigenanteil der Stadt sollte 200.000 Euro betragen, die in alljährlichen Tranchen von jeweils 40.000 Euro fällig werden würden.

Doch die Verankerung schon der ersten Zahlung im Haushalt 2021 war im November vergangenen Jahres vom Gemeinderat mit großer Mehrheit abgelehnt worden.

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Aus Sicht von Bürgermeister Probst steht die Finanzierung der Sanierung nach der Absage des Bundesamtes für Denkmalschutz mehr denn je auf wackeligen Beinen. So würde der Wegfall der 400.000 Euro aus Bundesmitteln eine erhebliche Aufstockung des städtischen Eigenanteils bedeuten. Bei den großen Pflichtaufgaben, die die Stadt derzeit zu erfüllen habe – etwa die Kindergarten-Erweiterung, der Breitbandausbau oder die Neubauten für Feuerwehr und DRK –, sei diese große zusätzliche Aufgabe wohl kaum zu stemmen. „Dazu sind die Summen zu groß“, so Probst. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass es sich bei der Sanagarten-Sanierung nicht um eine Pflichtaufgabe der Stadt handle.

Auch die Zusage des Fördervereins, 300.000 Euro an Eigenmitteln aufbringen zu wollen, hält er für problematisch. „Nichts ist schlimmer, als wenn sich der Verein zur Zahlung von 300.000 Euro verpflichtet und nach 80.000 Euro geht ihm die Luft aus“, gibt Probst zu bedenken.

Gleichwohl möchte er sich nach der Wahl um eine erneute Zusammenkunft der beteiligten Stellen bemühen. „Über die Kosten muss nüchtern gesprochen werden“, so Probst. Dazu gehöre auch die Frage, ob der Förderverein die Ressourcen habe, die zugesagten Summen auch zu liefern, so Probst weiter. Dasselbe gelte für die Stadt: „Die zuständigen Stellen geben ihre Fördermittel nur dann frei, wenn sie sich sicher sind, dass die Gemeinde ihren Anteil auch leisten kann.“