„Deutsch-französische Dialoge“ hatte der künstlerische Leiter der Internationalen Domkonzerte St. Blasien, Bernhard Marx, sein Orgelkonzert überschrieben. Louis Marchands „Dialogue“, verfasst 1696 in Paris, setzte getragene Basslinien gegen munter-fröhliche Melodik. Nach der stimmungsmäßig eingedunkelten Passage mit abgesetzten, feinfühlig kontrastierenden Einschüben in der Mitte schloss sich der musikalische Bogen zum markanten, vollen Schlussklang.

Auch in Diederik Buxtehudes Praeludium g-Moll , BuxWV 149, wurden die einander folgenden Oberstimmen durch eine Basslinie geerdet. Die beiden Fugen gestaltete Marx mit klar hervortretenden Stimmeneinsätzen. Auch in Bachs Praeludium Es-Dur BWV 552/1 führte Marx das Spiel der kurzen Floskeln zu extremer Verdichtung, ohne den Dialog zwischen den durch die Stimmlagen wandernden melodischen Figuren aus den Augen zu verlieren. In der Choralbearbeitung BWV 676 „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘“ präsentierte Marx den Barockmeister als Figurationskünstler, der seine Stimmen zu einer fließenden Bewegung verschlingt. In der Fuge Es-Dur BWV 552/2 verdichteten sich die einherschreitenden Themeneinsätze zu akkordischer Fülle.

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In Camille Saint-Saëns‘ „Rhapsodie sur un cantique breton“ op. 7,2 von 1866 wurde der Dialog zur Gegenüberstellung fanfarenartiger Eingangsfloskeln, einer pastoral wirkenden Passage sowie einer dramatischen Schlussphase. Die Fassungen von „Herzlich tut mich verlangen“ aus den drei Choralvorspielen op. 122 von Johannes Brahms boten mit kleinintervalligen Umspielungen und einer eher modernen Harmonik einen inneren Dialog, während das, „O Welt, ich muß dich lassen“, mit doppeltem Echoeffekt und weicher Registrierung diesen Klangfarbendialog zerlegte.

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Den Pilgerchor aus Richard Wagners „Tannhäuser“ führte Marx von homophon und legato gestalteter Liedhaftigkeit über dramatisch aufgeladene Intensität und Klangfülle zum sensibel ausgeführten zarten Schluss. Bei Louis Viernes „Final de la 1ère Symphonie pour Grand Orgue“ op. 14 von 1899 brachte Marx die Orgel in voller Wucht zur Geltung. Für den Applaus bedankte er sich mit einer Zugabe: Haydns Stück, das die deutsche Nationalhymne ist.