Der Bruderhof, der wohl älteste Schwarzwaldhof in Menzenschwand, steht seit einigen Jahren leer. Nun soll neues Leben einkehren: Investor Uwe Zell plant ein modernes Event-, Kommunikations- und Begegnungszentrum in dem alten Anwesen. Am Montag stellten er, Planer Willi Sutter und Projektleiter Axel Bürk das Vorhaben in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller und Bürgermeister Adrian Probst vor.

Der Bruderhof im Menzenschwander Hinterdorf gegenüber der ehemaligen evangelischen Kirche wurde erstmals 1679 in der Menzenschwander Chronik erwähnt und ist damit der wohl älteste Schwarzwaldhof im Ort. Im Jahr 2017 erwarb der Frankfurter Unternehmer Uwe Zell das Anwesen und möchte dieses nun zu einem modernen Event-, Kommunikations- und Begegnungszentrum ausbauen.

Zeit nach Corona

Nach der Corona-Zeit werde nichts mehr so sein wie früher, zeigte sich der Unternehmer sicher. Dies gelte auch für die Arbeitswelt, es werde andere Arbeitsformen und andere Begegnungsmöglichkeiten als das Büro geben. Und: Unternehmen müssten sich öffnen, es gelte, in Gemeinschaft etwas zu schaffen. Da will Zell nun ansetzen und im Bruderhof andere Möglichkeiten des Austauschs schaffen, sowohl unternehmensintern als auch unternehmensübergreifend.

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Ein großes Potenzial sieht der neue Eigentümer in der Kombination aus alt und neu und der Tatsache, dass alte Bausubstanz erhalten werden kann. Zudem, erklärte er, diene das Projekt der Lebensqualität der Einheimischen und steigere die Lebensqualität in der Region. In dem alten Hof soll neben einem Konferenzraum, einer Lounge, einer Eventküche und 14 Zimmern auch eine Sauna entstehen. Gearbeitet werden soll mit ökologischen Materialien, das Dach unter Erhaltung der alten Lattung neu eingedeckt werden, erläuterte Projektleiter Bürk. Was den Stil der Sanierung betrifft, entscheide das Denkmalamt mit, das sich derzeit aber schwer mit Veränderungen, insbesondere bei alten Schwarzwaldhöfen, tue, ergänzte Planer Sutter.

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Die Kosten werden, so Zell, im siebenstelligen Bereich liegen, wobei, wie er es formulierte, nicht eine Eins am Anfang stehen wird. Ein Bauantrag wurde inzwischen gestellt, Mittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) sowie Fördermittel über den Denkmalschutz beantragt. Was die Denkmalförderung betreffe, sei bemängelt worden, dass noch keine Beratung stattgefunden habe, so Sutter. Dies läge aber ausschließlich daran, dass die Denkmalbehörde noch kein Termin vor Ort angeboten habe, obwohl bereits mehrfach entsprechend nachgefragt wurde, bedauerte Sutter.

Als grandios und zukunftsweisend bezeichnete die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller das Projekt, da dieses Altes mit Neuem verbinde und Begegnung schaffe. Fernab des Alltags werde Neues mit Verbindung zur Region und damit auch Wohlstand für die Raumschaft geschaffen.

Ein Lob, in das Diana Wiedemann, die Vorsitzende des noch jungen Vereins Bauwerk Schwarzwald einstimmte. Von den insgesamt noch 1300 Schwarzwaldhöfen drohten viele aufgrund fehlender Nutzung zu verschwinden, sagte sie und bezeichnete das Projekt als vorbildlich, nicht nur in Hinblick auf die Kombination von alt und neu, sondern auch auf die Nutzung.

Drei Faktoren für Erfolg

Bürgermeister Adrian Probst nannte drei Faktoren für den Erfolg eines derartigen Projektes: Die politische Unterstützung – insofern habe man bereits viel Rückenwind gespürt – jemand vor Ort, der mit großem persönlichen Risiko das Wagnis eingehe und die Verbindung zur Verwaltung. Von Seiten der Verwaltung werde man beim Landratsamt auf eine zügige Bearbeitung des Bauantrages hinwirken, sagte er zu. Und auch weitere Unterstützung wird es für das Vorhaben geben: Diana Wiedemann wird sich in Sachen Denkmalschutz mit dem Regierungspräsidium in Verbindung setzten, während sich die Landtagsabgeordnete betreffend die ELR-Mittel stark machen wird.