Zu einem Infoabend der Kritiker des geplanten Mobilfunkausbaus in Dachsberg, Ibach und Hartschwand hatten im Anschluss an zwei Bürgerversammlungen in Dachsberg und Ibach, bei denen Redner der Betreiber sowie offizieller Stellen vom Landratsamt bis zum Bundesamt für Strahlenschutz zu Wort gekommen waren, Bürger aus Görwihl und Ibach, die Bürgerinitiativen Lebenswerter Dachsberg sowie Lebenswerter Hochrhein in die Hotzenwaldhalle nach Görwihl eingeladen.

Neben den 14 Helfern und Organisatoren kamen 86 Gäste, um sich die Referate von Jörn Gutbier (diagnose:funk) und des Freiburger Mediziners Wolf Bergmann anzuhören, und Fragen zum Thema beantwortet zu bekommen. Monika Hartnagel aus Ibach und Urs Rossig aus Görwihl moderierten die Veranstaltung.

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Einander ergänzend referierten Gutbier und Bergmann über gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunkfrequenzen und den verantwortlichen Umgang mit Mobilfunk. Gutbier verdeutlichte zu Beginn, dass Mobilfunkbetreiber, Bund und Länder sich über den Ausbau des Mobilfunknetzes abgesprochen und die kommunalen Spitzenverbände sich dieser Absprache angeschlossen hätten. Der Ausbau sei rein wirtschaftlich gesteuert.

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So ließe sich auch die Tatsache, dass kritische Aussagen etwa des Bundesamtes für Strahlenschutz bezüglich der Handynutzung aus den Jahren 1991 und 1992 inzwischen nicht mehr up-to-date zu sein scheinen, nicht etwa als Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern vielmehr als wirtschaftlich bedingt interpretieren. 86 Zuhörer nehmen an der Veranstaltung teil

Wolf Bergmann erläuterte, dass auch Materie lediglich eine Daseinsform von Energie darstelle, jede Zelle aller Lebewesen zugleich Sender und Empfänger elektromagnetischer Schwingungen sei. Die Selbstregulation der Zellen und damit Leben und Gesundheit sei gebunden an den ungestörten Informationsfluss von deren Schwingungsfeldern.

Auswirkungen auf Gesundheit

Jörn Gutbier hatte zuvor den Zuhörern bereits an einer Grafik verdeutlicht, dass Mobilfunk nicht nur hochfrequente Bereiche, sondern auch Lücken im Frequenzspektrum der natürlich auftretenden Frequenzen nutzt, und Bergmann formulierte daran anschließend das Grundproblem: „Mobilfunk funkt dem Leben dazwischen“.

Durch die Resonanz der Zellmembrane mit technischen Frequenzen könne es zu biologischen Falschinformationen kommen, mithin unter anderem zur Bildung von oxidativem Stress, Schwächung des Immunsystems und Veränderungen von Molekülstrukturen. Das habe auch das Beratungsgremium der Schweizerischen Bundesanstalt für Strahlenschutz in diesem Januar nachgewiesen. Durch die permanente Bestrahlung aber habe der Körper keine Chance mehr, sich wieder zu erholen.

Umdenken erforderlich

Gutbier plädierte für ein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit Mobilfunk. Beispielsweise sollte Mobilfunk nicht als Festnetzersatz angestrebt, sondern stattdessen die Kabelanbindung favorisiert werden. Am besten wäre die – derzeit allerdings angesichts von bis zu zwölf parallel gefahrenen Netzen in den Städten illusorische – Reduktion auf ein übergreifendes Netz.

Würde dann noch die Indoor-Versorgung aus der Mobilfunkplanung herausgenommen, könnte die Strahlung minimiert werden, ohne die Netzabdeckung zu gefährden. Selbst das Mobilfunkbundesamt tendiere inzwischen zu einer Abkehr von der strahlungsintensiven Indoor-Versorgung.

Minimalisierung der Strahlen

Als Konsequenz aus diesen Überlegungen appellierte Gutbier an die Kommunen, einen eigenen Gutachter zu beauftragen, um einen Standort mit bestmöglicher Netzabdeckung bei weitgehender Minimalisierung der Strahlung ausfindig zu machen, sich also für größtmöglichen Immissionsschutz stark zu machen, ohne einer Verhinderungsplanung bezichtigt werden zu können. Juristisch zu prüfen wäre, ob ein Betreiber vertraglich zur Einhaltung einer Leistungsobergrenze verpflichtet werden könne.

In der anschließenden Fragerunde wurde dieser Ansatz aufgegriffen und der Wunsch geäußert, dass sich die Kommunen, ähnlich wie beim Breitbandausbau, auch beim Mobilfunkausbau zusammenschließen sollten. Auch Görwihls Bürgermeisterstellvertreter Roland Mutter versprach, nach Möglichkeiten zu suchen, das beste Ergebnis für alle Beteiligten zu erreichen. Monika Hartnagel warb für die Vernetzung aller Interessenten.