Ein System zur Schneetiefenmessung und zur Fahrdatenerfassung erhalten die beiden Pistenwalzen der Stadt St. Blasien im Skigebiet Feldberg. Rund 63.000 Euro netto, die im diesjährigen Haushalt nicht eingeplant sind, wird die Stadt dafür ausgeben. Die Investition hat der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung mehrheitlich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen.

Die Technik

Die neue technische Ausstattung soll dabei helfen, eine stärkere Zusammenarbeit der drei Wintersportbetriebe (Feldbergbahnen, Alpincenter und Liftbetriebe St. Blasien) zu ermöglichen, hieß es in der Sitzung. Damit Doppelstrukturen abgebaut und die Arbeit insgesamt effektiver gestaltet werden kann, müssten verschiedene Systeme angeglichen werden, erläuterte Bürgermeister Adrian Probst.

Die Vorteile

Das neue Schneetiefenmesssystem solle dazu führen, dass die Beschneiung der Pisten nicht unnötig erfolgt. Wird bei der Messung etwa festgestellt, dass an einer Stelle zu wenig, dafür an anderer Stelle mehr Schnee als benötigt liegt, könne man ihn mithilfe der Pistenwalze auch verschieben – man werde also Wasser und Strom sparen, sagte der Bürgermeister. Auf alle Fälle könnte ein fusionierter Wintersportbetrieb leichter zentral und dadurch auch kostengünstiger gesteuert werden, wenn in allen Betriebsteilen die gleichen Systeme eingesetzt werden.

Zweifel an Notwendigkeit

Eine Investition in die Freiwilligkeitsleistung Wintersport in der Höhe passe nicht in eine Zeit, in der man auch bei Pflichtaufgaben über Sparmaßnahmen nachdenken muss, wandte Gemeinderat Christoph von Ascheraden ein. Das neue System scheine eher eine wünschenswerte Ausrüstung, aber nicht zwingend notwendig zu sein. Probst widersprach: Die neuen Geräte würden dabei helfen, die Ressourcen gezielter und dadurch sparsamer einzusetzen. „Durch die Technik kann man wirklich Geld sparen“, zeigte sich auch Andreas Fritz überzeugt.

Frage nach Einsparpotenzial

Ob man denn schon sagen könne, wie groß die Einsparungen wahrscheinlich ausfallen, wollte Gemeinderat Diethard Rüger wissen. Zunächst müsse man in einer Saison Daten sammeln, im zweiten Winter könne man dann vergleichen, antwortete Adrian Probst. Die Gemeinde Feldberg, die ihre beiden Pistenraupen auf dem Seebuck bereits mit dem System ausgestattet hat, habe eine Kosteneinsparung von bis zu 25 Prozent errechnet.

Gemeinschaftseinkauf

Zunächst nur eine Raupe auszustatten, wäre aus Sicht der Betriebsvereinheitlichung nicht sinnvoll, antwortete Probst auf eine entsprechende Frage von Alexandra Kistler. Man beteilige sich außerdem an einem Gemeinschaftseinkauf solcher System. Lasse man ein Gerät weg, werden die anderen etwas teuer.