Ein Gebäude wie das neue, ökologisch gebaute evangelische Pfarrhaus sei ein Anziehungspunkt in St. Blasien, hat Bürgermeister Adrian Probst bei der Einweihung am Sonntag gesagt. Nicht nur die Vertreter der evangelischen Landeskirche in Baden und des Landesumweltministeriums und mit ihnen St. Blasier Kommunalpolitiker gingen mit Pfarrerin Lisa Rudzki auf Besichtigungsrunden, auch viele Bürger nutzten die Chance, sich durch das Ökogebäude führen zu lassen, das nachhaltige, funktionale und ästhetische Aspekte vereinen will.

Führungen

15 Führungen hatten bis zum frühen Nachmittag stattgefunden. Die Besichtigung führte durch die Amtsräume im Sockelgeschoss des Neubaus. Die Privaträume im darüber gebauten Holzhaus, in denen Pfarrerin Lisa Rudzki seit Mitte Februar wohnt, waren nicht Teil der Besichtigung. Wie Pfarrerin Rudzki berichtet, ist das Haus auf Vorschlag der Badischen Landeskirche als Vorzeigeobjekt bei den Energiewendetagen Baden-Württemberg präsentiert worden – was mit der Einweihung des Hauses verbunden worden war. Finanziert wurde der Neubau zum größten Teil aus dem Verkaufserlös des alten Pfarrhauses in der Luisenstraße. Den Rest habe die evangelische Kirchengemeinde St. Blasien aufgebracht.

Naturmaterialien

Das Erste, das im Haus auffällt, ist der Duft nach frischen Holz. Das Zweite ist die gute Akustik, die durch eine besondere Deckenkonstruktion entstanden ist, wie Architekt Manfred Sautter vom Freiburger Planungsbüro Spiecker Sautter Lauer Architekten erläuterte. Alles sei, soweit möglich, aus Naturmaterialien mit heimischen Rohstoffen gefertigt worden, erläuterte er. Beheizt werde das Gebäude mit einer umweltfreundlichen Wärmepumpenheizung.

Signale

Martin Wollinsky, Oberkirchenrat für Finanzen der Badischen Landeskirche, ging auf die ideellen und spirituellen Signale ein, die dieses Gebäude, wie er sagte, in die Welt sende. Es stehe für ein Umdenken in Richtung einer „Begrenzung unseres Strebens nach mehr“, wie er sagte, ein Umdenken, für das die christliche Sprache das Wort Umkehr verwende.

Expertise beim Holzbau

Bürgermeister Adrian Probst wies auf „die riesengroße Chance“ hin, die die ökologische Wende für die Region bedeute. Er unterstrich das Wissen und Können in Sachen Holz und Holzbauweise, die man hier finde. „Wenn in Stuttgart nach Kompetenz beim Thema nachhaltiges Bauen gesucht wird, dann sind Sie im Landkreis Waldshut richtig“, wendete er sich an Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Landesumweltministerium. „Das wissen wir sehr wohl“, entgegnete dieser.

Die Besonderheiten

Ein Vertreter der heimischen Kompetenz war mit Thomas Schwarz, Geschäftsführer der Firma My Haus aus Höchenschwand vor Ort. Das Unternehmen war unter anderen heimischen Betrieben mit der Ausführung der Zimmererarbeiten betraut worden. Schwarz erklärte den Besuchern im Besprechungsraum anhand von Modellen die Machart und Funktion der ökologischen Wanddämmung.