Viel Beratungsbedarf herrscht derzeit bei den Kunden der Sparkasse St. Blasien: Die Coronavirus-Krise hat auch das regionale Kreditinstitut in Beschlag genommen. Das Unternehmen habe schnell reagiert und mehrere Notfallkonzepte umgesetzt, sagte Vorstandsvorsitzender Gerhard Behringer.

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Gerade stand die Zufriedenheit mit dem vergangenen Geschäftsjahr im Mittelpunkt: Die Sparkasse St. Blasien hat 2019, trotz schwieriger Marktbedingungen, ein erfolgreiches Ergebnis erreicht, berichteten die beiden Vorstände Gerhard Behringer und Klaus Kistler. Jetzt haben sie und ihre Mitarbeiter alle Hände zu tun, um die Fragen der Kunden zu beantworten und Problemlösungen zu finden, sagt Behringer.

Die Sparkasse St. Blasien ist mit dem Ergebnis des Jahres 2019 zufrieden.
Die Sparkasse St. Blasien ist mit dem Ergebnis des Jahres 2019 zufrieden. | Bild: Sebastian Barthmes

Die Botschaft ist dem Vorstandsvorsitzenden wichtig: „Alle Berater sind an Bord, niemand hat Urlaub. Alle Filialen sind offen.“ Die Sparkasse tue also alles, um in der schwierigen Zeit an der Seite der Kunden zu stehen. „Absolut sichergestellt“ seien auch die Bargeldversorgung, der Zahlungsverkehr und der Wertpapierverkehr, betonte Behringer im Gespräch.

Drei Bausteine zur Unterstützung

Drei Bausteine, so Behringer, habe die Sparkasse, um den Gewerbe- und Firmenkunden zu helfen: Die Bank helfe bei den Anträgen für die Soforthilfe. Außerdem „bieten wir den Kunden die Tilgungsaussetzung“ an. Das bedeutet, dass der größte Teil einer Darlehensrate für mehrere Monate nicht bezahlt werden muss. Und die Sparkasse vermittle Darlehen der Förderbank KfW, damit Unternehmen Liquiditätsengpässe überwinden können.

Wege aus der Krise

Um den richtigen Weg aus der Krise zu finden, „gehen wir mit den Kunden in die Einzelgespräche“. Die verschiedenen Branchen seien unterschiedlich stark betroffen, weiß Behringer. Während beispielsweise Hotels und Restaurants die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie extrem spürten, sei das bei Handwerkern meist nicht so heftig. Einige KfW-Anträge seien schon gestellt. Behringer weiß aber: „Wir werden nicht alle Fälle bedienen können“, wenn sich zum Beispiel Unternehmen bereits vor der Corona-Krise in Schieflage befunden haben.

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Die Sparkasse St. Blasien habe Glück, alle Mitarbeiter seien gesund. „Wir sind den ganzen Tag am Telefon und haben alle Hände voll zu tun“, sagt Gerhard Behringer. In manchen Abteilungen, beispielsweise in der Kreditabteilung, seien die Arbeitstage derzeit besonders lang. So eine außergewöhnliche Zeit, in der „die Wirtschaft so runtergefahren wird“, habe wohl noch niemand erlebt. Diese Situation sei praktisch von einem auf den anderen Tag entstanden.

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Dabei hatten er und sein Vorstandskollege Klaus Kistler gerade ein zufriedenstellendes Jahr abgeschlossen, auch wenn die Rahmenbedingungen (niedrige Zinsen und weiter zunehmende Regulatorik) weiter schwierig waren. Das Vertrauen der Kunden habe 2019 eine weiterhin positive Entwicklung möglich gemacht, sagt Gerhard Behringer. Die Nähe zu den Kunden sei eine der großen Stärken der kleinen Sparkasse, die auch in der Krise spürbar sei.

Zufrieden mit dem Vorjahr

Mit dem Wachstum im Jahr 2019 sei die Sparkasse St. Blasien „natürlich sehr zufrieden“, betonte Behringer. Kundeneinlagen und Kundenkredite seien überdurchschnittlich gestiegen. Der Zuwachs bei der Bilanzsumme (476,4 Millionen Euro) sei „in erster Linie auf das starke Kundengeschäft zurückzuführen“. Wenn die Einlagen steigen, obwohl dafür keine Zinsen gezahlt werden können, „werten wir das als Vertrauensbeweis“. Einlagen der Bank seien negativ zu verzinsen, sagen die Vorstände.

Das bedeutet, dass Kunden für ihr Guthaben eigentlich zu bezahlen hätten. Doch „wir verlangen bis dato kein Verwahrentgelt“, erläutert Klaus Kistler. Nach „einer gewissen Stagnation“ in den Vorjahren hätten Unternehmen 2019 viel investiert, beispielsweise in die Digitalisierung. Außerdem seien außergewöhnlich viele alte Schulden getilgt worden. Bei Privatkunden werde die Finanzierung von Immobilien oder Darlehen für Modernisierungen immer noch stark nachgefragt.