Wie ist es um die Wasserversorgung in den drei St. Blasier Ortsteilen bestellt, was muss in den kommenden Jahren repariert, erneuert oder ersetzt werden? Darüber gibt ein Strukturgutachten zu den Wasserversorgungsanlagen Auskunft, dass Ingenieur Hans-Jörg Meier dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vorstellte. Klar ist: Die Stadt muss in den kommenden Jahren Millionen Euro investieren.

Unterschiede in den Ortsteilen

Unterschiedlich sieht die Situation in den Ortsteilen St. Blasien, Menzenschwand und Albtal aus. Während die Wasserversorgung in der Kernstadt auf mehrere Quellen mit guter Schüttung aufbaut, ist das System in Menzenschwand deutlich unsicherer, sagte Meier. Fällt dort der Tiefbrunnen oder ein anderer Teil aus, bricht die Versorgung zusammen. Knapp aufgestellt sei auch die Wasserversorgung im Albtal, auch wenn sechs recht ergiebige Quellen in Ballenberg zur Verfügung stehen.

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Nicht die Wassermenge der Quellen ist für den Ingenieur das Problem, sondern die Infrastruktur: Der Hochbehälter für die St. Blasier Hochzone verfüge, wenn man mit Blick auf die Kliniken einen Löschwasservorrat von 200 Kubikmetern ansetzt, über eine zu geringe Kapazität, ausreichend sei die Größe in Menzenschwand und viel zu klein im Albtal. Insgesamt müsste das System in der Lage sein, etwa bei Stromausfall, einen Tag lang die Haushalte mit Wasser zu versorgen.

Zweites Standbein

Als strategische Ziele sieht Meier den Aufbau eines zweiten Standbeins für die Wasserversorgung in Menzenschwand, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Bei den Investitionsvorschlägen berücksichtigte Meier das geplante interkommunale Gewerbegebiet an der Menzenschwander Brücke. Dort könnte das Leitungsnetz der Kernstadt mit dem Menzenschwander und dem Bernauer Netz verbunden werden. So würde man der Nachbargemeinde bei Wasserknappheit aushelfen können.

Verbindung

Um die Versorgungssicherheit zu verbessern, schlägt Meier auch eine Verbindung zum Albtäler Leitungsnetz vor. Außerdem sollten Bauwerke optimiert und Ringschlüsse geplant werden. In St. Blasien müsste die Kapazität der Hochbehälter Kohlwald und Bötzberg erweitert werden. Im Albtal wären nach dem Anschluss an das St. Blasier Netz der sanierungsbedürftige Tiefbrunnen Sägematt sowie das Wasserwerk nicht mehr notwendig.

Die Kosten

Für einen ersten Planungs- und Umsetzungsschritt hat Hans-Jörg Meier eine Investition in Höhe von rund 950.000 Euro veranschlagt. In einer zweiten Phase müssten dann rund 2,3 Millionen Euro und in der dritten Phase weitere rund 2,2 Millionen Euro in die Wasserversorgung der Stadt investiert werden.