Nach nahezu einjähriger Pause beginnen am Donnerstag, 23. September, die St. Blasier Klosterkonzerte mit dem sechsköpfigen Gerbert-Ensemble. Auf dem Programm stehen Werke aus dem Umfeld von Fürstabt Martin Gerbert. Darüber spricht Michael Neymeyer, künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte, im Interview.

Herr Neymeyer, am 23. September wagen Sie den Neustart. Unter welchen Bedingungen werden die Klosterkonzerte wieder aufgenommen?

Natürlich müssen wir wie alle anderen Veranstalter auch die 3-G-Regeln beachten sowie die Abstands- die Hygienevorschriften. Der Saal kann eine begrenzte Anzahl von maximal 90 Besuchern aufnehmen, Vorbestellung oder Reservierung an der Pforte des Kollegs ist unbedingt erforderlich. Es wird nicht, wie beim letzten Konzert von 2020 im Oktober mit den zwölf Cellisten der Celli Family, zwei gekürzte Auftritte geben, sondern ganz normal ein Konzert, das um 19.30 Uhr beginnt.

Zu Gast ist am 23. September das Gerbert-Ensemble. Was hat dieser Name mit dem Fürstabt von St. Blasien zu tun?

Gerbert hat sich ja hauptsächlich als Musikforscher einen Namen gemacht, aber auch einige Kompositionen verfasst, unter anderem eine doppelchörige Messe. Das Gerbert-Ensemble kommt aus Villingen-Schwenningen und ist spezialisiert auf alte Musik. Eigentlich sollte es ja im Jubiläumsjahr Martin Gerberts 2020 schon auftreten, daher hat es auch neben einem Offertorium aus der Feder des Fürstabts Werke von dessen Freunden und Zeitgenossen im Programm sowie einen von Gerbert transkribierten Handschriftenfund.

Gibt es weitere Bezüge?

Friedemann Kawohl, Musikwissenschaftler und Cembalist des Ensembles, hat unter anderem über historische Themen und auch solche der regionalen Musikgeschichte geforscht. Martin Gerberts Mutter Anna Maria Riegger stammt aus Villingen und dort in der Bibliothek des Benediktinerklosters soll Martin Gerbert auch das Unikat dieser Handschrift aus dem frühen 15. Jahrhundert gefunden haben.

Gibt es Pläne, wie es nach diesem Neustart weitergehen kann?

Im Grunde müssen wir nach wie vor auf Sicht fahren, wie 2020 auch schon. Für Oktober und November sind noch zwei reguläre Konzerte geplant. Ich hoffe, dass das Trio Bohémo aus Tschechien problemlos nach St. Blasien kommen kann. Das Konzert mit diesem Ensemble soll am 21. Oktober um 19.30 Uhr stattfinden.

Zur Person: Michael Neymeyer, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte St. Blasien, ist Musiklehrer am Kolleg St. Blasien.